Donnerstag, 25. August 2016

Jawa: Felgenarchäologie

Bei der ersten längeren Probefahrt hatte es mir ja den Hinterreifen der Jawa zerlegt. Angesichts des Zustandes der uralten Gummis kaum verwunderlich, es handelt sich vermutlich noch um die Originalbereifung von 1982, jedenfalls hatten die Dinger keine DOT-Nummer.


Bevor die Räder zum Reifenhändler gehen, wollte ich sie aber noch ordentlich sauber machen. Zwar laufen beide Räder schön rund und scheinen keine übermäßigen Rostschäden zu haben, dennoch ist der optische Zustand nicht besonders. Gut, das passt letztlich zum Rest des Fahrzeugs, aber hier ist die schmale Grenze zwischen Patina und Gammel eindeutig in die falsche Richtung überschritten.
Insbesondere das Vorderrad fällt hier negativ auf, denn irgendjemand hat es mit einer seltsamen, an Unterbodenschutz erinnernden Pampe eingeschmiert. Vermutlich soll das Zeug, was auch immer es sein mag, einen Rostschutz darstellen.
Jedenfalls ist es mir nur an den Rändern gelungen die steinharte Kruste zu entfernen, darunter ist jedoch fast perfekter Chrom, die Felge ist richtig gut. Der archaische Schmier hat seine Aufgabe scheinbar sehr gut erfüllt. 

Hier kommt also im Winter eine schöne Fleißarbeit auf mich zu. Um die Felge vernünftig zu reinigen, wird man sie vermutlich ausspeichen müssen. Eventuell kann man hier aber auch per Trockeneisstrahlen ein gutes Ergebnis erreichen, ich werde darum den Trockeneistyp demnächst mal mit dem Moped heimsuchen. Wäre doch super, wenn da was ginge. 

Die Räder liegen derweil aber erstmal beim Reifenhändler, neue Gummis aufziehen, gleich mit Bändern und Schläuchen, denn was da drin wohnte, war sicherlich nicht mehr gut. 

Mittwoch, 24. August 2016

Schraubertipps: Zündgrundplatte und Polrad wechseln

Am Anfang dieser Anleitung sollte eine kleine Begriffskunde stehen um Verwirrungen beim Leser zu vermeiden. Es haben sich in diesem Bereich nämlich verschiedene Begriffe eingebürgert, die fachlich eigentlich falsch sind.

Die Zündung moderner Automatikroller ist fast immer eine sogenannte Kondensatorentladungszündung. Diese wird aus einem Zündanker gespeist, der aus der Grundplatte mit den Spulenpaketen und einem Schwungmagneten (Polrad) besteht. Dies ist keine Lichtmaschine im eigentlichen Sinne. 
Um den Austausch der Grundplatte und des Polrades soll es hierbei gehen, denn diese Arbeit beunruhigt viele Schrauber, dabei ist es eigentlich ein relativ einfacher, wenn auch sehr arbeitsaufwändiger, Eingriff. 

benötigtes Werkzeug:
Bei den meisten Rollern befindet sich auf dem Polrad die Kühlturbine (Luftkühlung) oder die Wasserpumpe (bei wassergekühlten Motoren). Diese müssen für die nachfolgend beschriebenen Arbeiten demontiert werden. Hierauf wird hier nicht im Detail eingegangen, denn diese Arbeiten unterschieden sich je nach Modell. Welches Werkzeug für diese Arbeiten notwendig ist, hängt vom jeweiligen Modell ab. Bei den meisten Fahrzeugen genügt jedoch ein normaler Satz Schraubendreher und -schlüssel sowie ein Knarrenkasten.

Zudem ist ein Druckluftschlagschrauber zum lösen der Polradmutter sinnvoll. Theoretisch kann man auch den Antrieb mit einem Werkzeug zum blockieren des Variators festsetzen, diese Methode hat jedoch den Nachteil, dass dabei die Kurbelwelle verdreht werden kann.
Desweiteren wird zwingend ein Abzieher für das Polrad benötigt. Hierbei handelt es sich um ein nicht genormtes Sonderwerkzeug, dass passend zum jeweiligen Fahrzeug angeschafft werden muss. Diese Werkzeuge sind jedoch heute relativ günstig und eine einfache Billigausführung für unter 10€ genügt den gelegentlichen Einsatz in der Hobbywerkstatt vollauf. 


vorbereitende Arbeiten:
Zunächst muss die Zündung freigelegt werden. Bei luftgekühlten Motoren muss dazu in der Regel die Kühlluftführung abgenommen und das Turbinenrad abgeschraubt werden. Bei wassergekühlten Modellen muss das Kühlmittel abgelassen und die Wasserpumpe demontiert werden.

Anschließend ist die Polradmutter zu lösen. Dabei ist zu beachten, dass diese bei manchen Modellen (Piaggio und Gilera) als Dehnmutter ausgeführt ist, die nicht nochmals benutzt werden darf. Manche Roller (div. asiatische Hersteller) haben ein Linksgewinde an dieser Stelle!


abziehen des Polrads:
Um das Polrad von der Kurbelwelle zu lösen, muss der Abzieher in das gereinigte und entfettete Gewinde eingeschraubt werden. Dabei ist er so tief wie möglich einzudrehen, jedoch nicht festzuziehen. 

Jetzt kann der Abzieher mit einem passenden Schraubenschlüssel gegengehalten werden, während man die Abdrückerschraube mit einem anderen Schlüssel oder der Knarre eindreht. 


Insbesondere bei älteren Rollern muss hierbei oft ein großer Widerstand überwunden werden. Es kann hilfreich sein, den Abzieher mehrere Minuten unter Spannung stehen zu lassen und dann wieder ein Stück zu lösen. Sehr festsitzende (u.U. festgerostete) Polräder lassen sich so meist ohne Beschädigungen abziehen.

Wenn sich das Polrad gelöst hat, kann es einfach herausgenommen werden. Dabei auf den Polradkeil achtgehen, denn dieser darf nicht verloren gehen. Es ist eine gute Idee, die Kurbelwelle so zu drehen, dass der Keil nach oben zeigt!


Die Zündgrundplatte ist bei den meisten Rollern mit mehreren Schrauben am Motorblock befestigt. Diese sind oft sehr fest eingerostet, lassen sich jedoch mit einem genau passenden (!) Schraubendreher fast immer lösen. Um die Zündgrundplatte endgültig abzunehmen, müssen vorher aber noch die Kabel vom Kabelbaum des Fahrzeugs abgesteckt werden. Danach kann die Grundplatte mit dem Kabelbaum herausgezogen werden.


Da bei den meisten Rollern keine Zündeinstellung erfolgt, kann die neue Grundplatte in umgekehrter Reihenfolge montiert werden. Ein verrosteter Kurbelwellenstumpf, wie auf dem Beispielfoto oben, sollte vorher gereinigt werden. Wichtig ist, dass der Kegelsitz des Polrades sauber und öl- und fettfrei ist. 

Montag, 22. August 2016

Tour: warum in die Ferne schweifen?

Normalerweise fahre ich nach der Arbeit auf dem schnellsten Weg nach Hause. Keine großen Umschweife, einfach auf die Schnellstraße und ab durch die Mitte. So auch heute, doch zu Hause angekommen habe ich dann bemerkt, dass ja ein "kleines Jubiläum" ansteht.


31.000km auf der Uhr beim Roten Baron, eigentlich nichts besonderes, aber irgend eine Begründung bracht man für eine kleine Extratour nach Feierabend ja. ;)

Also ging es wieder los, auf eine besondere Genusstrecke, die jedem regensburger Rollerfahrer sehr ans Herz zu legen ist.
Von Sinzing aus geht es zunächst durch den Kelheimer Forst nach Viehhausen. Dort zweigt dann die Gemeindestraße nach Thumhausen ab.

Die im Grunde unbedeutende Ortschaft liegt malerisch auf der Höhe des Laabertals. Hier kann man entweder auf die Talstraße nach Schönhofen wechseln oder nach Haugenried und Viergestetten weiterfahren. 
Der Weiler markiert das Tor zum Paintner Forst, einem wunderschönen Landschaftsschutzgebiet, das überwiegend aus naturnah erhaltenem Mischwald besteht. Da hier keine intensive Forstwirtschaft betrieben wird, hat sich eine urtümliche Naturlandschaft erhalten, die sich auf kleinsten aber in sehr gutem Zustand befindlichen Straßen erfahren lässt.




Am Ende dieses Streckenabschnittes folgt die kurze Ortsdurchfahrt durch Painten, nach der sich die Straße durch das Paintner Tal nach Deuerling schlängelt. In sanftem Swing geht es auf der wenig befahrenen Gemeindestraße durch das Waldgebiet.

Hoch über Deuerling wacht die Pfarrkirche St. Martin auf einem, ebenfalls nach dem Heiligen benannten, Felsen. Seit dem 13. Jahrhundert lädt der Sakralbau zu Rast und Einkehr ein. Dies ist ein Ort von besonderer Kraft und Ausstrahlung, der einen weiten Blick ins Land hinaus bietet.


Leider endet hier auch der besonders genussvolle Teil der Ausfahrt, denn die B8 ist zwar zu später Stunde wenig befahren, aber dennoch nicht besonders schön. Allerdings bringt sie mich schnell nach Hause, denn jetzt ist wirklich Feierabend für heute!


Die Tour bei Google-Maps:



Sonntag, 21. August 2016

Schraubertipps: Prüfung der Zündungsgrundplatte bei Piaggio Automatikmotoren bis ca. Baujahr 2002

Hinweis:
Die folgende Anleitung beschreibt die Prüfung der Zündungsgrundplatte von Piaggio-Automatikmotoren der ersten Generation. Dies sind alle Modelle ohne Katalysator bis ca. Baujahr 2002 mit drei Kabeln an der CDI.


Die kontaktlose Kondensatorentladungszündung (engl. capacitor discharge ignition, kurz CDI) ist normalerweise ein wartungsfreies und extrem zuverlässig funktionierendes Bauteil. Sie kann jedoch durch externe Einflüsse oder Alterungsprozesse beeinträchtigt werden. Ein häufiges Problem ist dann, dass der Motor des Rollers während der Fahrt ausgeht und erst nach einer gewissen Abkühlphase wieder anspringt. Ein deutlicher Hinweis auf ein Zündungsproblem kann außerdem ein bei höchster Drehzahl stotternder Motor sein. In diesen Fällen sollte, neben anderen Faktoren, auch die Zündung stets geprüft werden.

Prüfvoraussetzungen:
Da die Zündung ein Bauteil ist, dass nur selten Defekte aufweißt, sollten bei einem schlecht oder gar nicht laufenden Motor zunächst alle anderen Faktoren geprüft werden. So ist es nicht sinnvoll, die Zündung zu prüfen, bevor der Vergaser gereinigt und eingestellt sowie ein neuer Luftfilter montiert wurde. Zudem müssen Zündkerze, Zündkabel und Stecker in einwandfreiem Zustand sein. Im Zweifelsfall sollte man darum diese Teile auf Verdacht ersetzen, bevor man tiefer in die Materie der Zündungselektronik einsteigt. 

Bei allen hier gezeigten Arbeiten, muss die Zündung abgestellt und der Zündschlüssel abgezogen sein. Zudem sollte die Batterie abgeklemmt werden.

Benötiges Werkzeug:
Neben dem üblichen Grundwerkzeug zum entfernen von Verkleidungsteilen wird ein Ohmmeter benötigt, dass einen Messbereich von 0 bis 2.000 Ohm (2 Kiloohm) abdeckt. Die meisten modernen Digitalmultimeter erfüllen dies. 

Durchführung der Prüfung:
Zunächst muss die Zündbox (Einheit aus CDI und Hochspannungsspule) freigelegt werden. Sie befindet sich bei allen hier in Frage kommenden Fahrzeugen an der Rahmenquerstrebe unter dem Helmfach. 

Bei einigen Modellen kann es sinnvoll sein, die Box vom Rahmen abzuschrauben (2 Muttern SW8) um leichteren Zugang zu den Anschlüssen zu erhalten.

Von der Zündgrundplatte her kommen drei Kabel zur Zündbox. Rot ist das Kabel des OT-Gebers (Hallgeber / Pickup), weiß und grün die Leitungen für Zündstrom und Killkontakt. Bei manchen Modellen, sind am grünen Anschluss zwei Kabel mit einem gemeinsamen Stecker verbunden.

Zur Prüfung der Zündgrundplatte werden die Stecker vorsichtig abgezogen und folgende Messungen durchgeführt:

1. Multimeter auf der Einstellung bis 200 Ohm, Widerstandsmessung von rot nach weiß. Der Sollwert dieser Verbindung liegt bei 88 Ohm +/- 5 Ohm. 

2. Multimeter auf der Einstellung bis 2 Kiloohm, Widerstandsmessung von weiß nach grün. Der Sollwert dieser Verbindung liegt bei einem Bereich von 980 - 55 Ohm. 


Weicht die Messung der roten zur weißen Leitung stark von den Sollwerten ab, so ist das Pickup defekt. Bei einer massiven Abweichung der Werte von weiß nach grün ist von deinem Defekt der Zündgrundplatte selbst auszugehen. 
Das Pickup kann im Schadenfall einzeln getauscht werden, die Zündgrundplatte hingegen ist irreparabel und kann nur als Einheit getauscht werden. 



Freitag, 19. August 2016

Schraubertipps: Ladespannung prüfen (Grundtest für den Regler)

Die elektrische Anlage der meisten Roller ist denkbar simpel aufgebaut. Der Schwunglichtmagnetzünder (SLMZ; so die korrekte Bezeichnung für das Ding, das meist nur als Lichtmaschine bezeichnet wird) liefert Strom an drei getrennte Kreisläufe. Einmal an die Zündung , dann das Licht und einmal an den Ladekreis. Um diesen geht es in diese Anleitung.

Grob und stark vereinfacht ausgedrückt, wird in diesem Stromkreis der vom Motor gelieferte Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt und zum laden der Batterie verwendet. Aus dieser Wiederum werden die elektrischen Systeme des Rollers (mit Ausnahme des Lichtes) versorgt. Bei den meisten Rollern sind dies das Bremslicht, die Blinker die Hupe und der Anlasser. Der Zusammenhang ist einfach daran zu erkennen, dass aus der Batterie gespeiste Systeme bereits nach dem Einschalten der Zündung funktionieren. Solche die direkt vom SLMZ versorgt werden, sind erst bei laufendem Motor betriebsbereit. Dies betrifft bei den meisten Rollern das Fahr- und Fernlicht. 

Gerade bei älteren Rollern tritt häufig das Problem auf, dass die Batterie während der Fahrt nicht mehr ausreichend geladen wird. Hierfür kommen im im Grunde drei "Verdächtige" in Frage. Zum einen ist es die Speisespule für den Ladekreis selbst, diese geht jedoch nur sehr selten kaputt und kann daher meist ausgeschlossen werden. Dann bleiben noch die Batterie und der Laderegler übrig. Um die Prüfung des Reglers geht es in dieser Anleitung.

Voraussetzungen:
Die Werkzeugausrüstung für diese Prüfung ist überschaubar. Bei den meisten Rollern wird ein Schraubendreher benötigt um die Batterie frei zu legen. Zur eigentlichen Messung benötigt man ein einfaches Multimeter, dass Gleichstrom (DC) in einem Bereich bis 200V messen kann. Dazu sind bereits sehr einfache Geräte der Billigpreisklasse in der Lage. Für die Hobbywerkstatt und einfache Arbeiten an der KFZ-Elektrik sind sie meist ausreichend. 

Besteht die Möglichkeit, dass die Batterie an den Problemen schuld sein kann, so baut man diese zunächst aus und lädt sie mit einem geeigneten Ladegerät voll auf. Eine leere oder völlig tote Batterie kann die Messergebnisse verfälschen. Hält die Batterie die Ladung nicht für einige Stunden (schon hier kommt das Multimeter zur Prüfung zum Einsatz) sollte sie in jedem Fall ersetzt werden. Erst dann ist eine sinnvolle Beurteilung des Reglers möglich.

Prüfung durchführen:
Zunächst wird die Spannung an der Batterie bei abgestelltem Motor gemessen. Sie muss mindestens 11,5V betragen (Fahrzeug mit 12V-Elektrik). Ist sie geringer, so muss die Batterie aufgeladen bzw. ersetzt werden (siehe Abschnitt über Voraussetzungen). 

Ist diese Prüfung erfolgreich durchgeführt, wird der Motor angelassen und zunächst die Spannung bei laufendem Motor im Leerlauf gemessen. Diese sollte jetzt etwas ansteigen (max. ca. 1,5V). Wenn auch dies erfüllt ist, bringt man den Motor auf höchste Drehzahl. Bei intaktem Regler steigt die Spannung linear mit der Drehzahl bis auf max. 14,5V. 



Die Mindestspannung bei mit höchster Drehzahl laufendem Motor sollte ca. 13,5V betragen, mehr als 15V dürfen es auf keinen Fall sein, da die Batterie sonst überladen wird. Wenn sich die Spannung in diesem Toleranzbereich bewegt, ist der Regler sehr wahrscheinlich in Ordnung.

ggf. Austausch des Reglers:
Soll der Regler ausgetauscht werden, muss er zunächst gefunden werden. Was simpel klingt ist bei einigen Rollern tatsächlich relativ komplex. Die meisten Hersteller verwenden Regler mit Kühlrippen und einem metallisch blanken Gehäuse. 


Diese sind üblicherweise mit einer oder zwei Schrauben, die häufig auch als Massepunkte für den Kabelbaum dienen, am Rahmen des Fahrzeugs angeschraubt. Der Anschluss an den Kabelbaum erfolgt über einen Multistecker.
Der Austausch ist ein simpler "bolt-on-job", es ist lediglich zu beachten, dass die Batterie abgeklemmt und der Motor abgestellt sein muss, da es sonst zu Schäden an der Elektronik kommen kann.

Typische Einbauorte für Regler, nach Herstellern:
Piaggio: unter der linken Seitenverkleidung, neben dem Helmfach
Vespa (Schaltgetriebe): am/hinter dem Reserveradhalter unter der linken Haube
Vespa (Automatik): unter der Kaskade
Yamaha: unter der Frontmaske
Peugeot: unter der Frontmaske oder direkt neben der Batterie
div. chin. Hersteller: unter der Frontmaske

Donnerstag, 11. August 2016

Tour: Roadtrip nach Entenhausen



Donald, Daisy, Tick, Trick und Track oder auch Onkel Dagobert. Sie alle haben wohl die meisten von uns durch unsere Kindheit begleitet und sind oft auch im Erwachsenenalter noch gern gesehene Gäste in unserem Bücherregal. Daran ist auch nichts verwerfliches, denn die seltsam realistisch wirkende Fantasiewelt von Entenhausen berührt in vielen Punkten auch unseren Alltag. Dabei stellt sich jedoch auch immer wieder die Frage, wo denn diese wundersame Stadt liegen mag. In welchem geheimnisvollen Winkel der Welt verbirgt sich die heimliche Hauptstadt des Comicuniversums? Die Antwort darauf ist, zumindest für die deutschen Fans, relativ leicht zu finden: Entenhausen liegt in Oberfranken! Genauer gesagt im Landkreis Hof, etwa 20km südlich der Kreisstadt im 7.000 Einwohner Städtchen Schwarzenbach an der Saale.

Dort lebte und arbeitete nämlich die Übersetzerin Erika Fuchs, die zwischen 1951 und 1988 vor allem die Comics aus der Feder des Zeichners Carl Barks ins Deutsche übertrug. Dabei vermischte sie mit einer seltenen Brillanz Wortneuschöpfungen, Zitate aus der klassischen Literatur und geniale Wortspiele zu einem Gesamtkunstwerk, das bis heute unerreicht ist. Es ist legitim zu sagen, dass sie nicht nur Comics übersetzte, sondern die Entwicklung der deutschen Sprache, bis in unsere Zeit hinein, maßgeblich beeinflusste. Es ist darum nur logisch, dass das Erika-Fuchs-Haus, als Museum für Comic und Sprachkunst sich an ihrem Wohnort angesiedelt hat. Zudem bietet es für den Reisenden ein lohnendes Tourziel. Grund genug für mich, mich auf den Weg dorthin zu machen.


Von Regensburg aus geht es zunächst auf wohl bekannten und in anderen Reiseberichten von mir zur Genüge beschriebenen Wegen durch die Täler von Naab und Vils nach Amberg. Hinter Amberg öffnet sich das Land und die B299 schlängelt sich in einem sehr angenehmen Streckenverlauf durch weites Agrarland. Erst hinter Freihung, bereits kurz vor Grafenwöhr, wird das Gelände wieder bergiger und ist stark bewaldet. Zwei Dinge dominieren hier die Landschaft: Die Präsenz der US-Streitkräfte und der Kaolinbergbau. Daher verläuft die Straße immer an Sperrzonen entlang, entweder an militärischen oder an solchen die der Montanindustrie geschuldet sind. So oder so ist ein größerer Aufenthalt hier weder erwünscht noch lohnend.
Hinter Pressath verläuft die Strecke, es ist immer noch die 299, wieder durch freundlichere Gefilde und ich fahre auf die Nebenstraße in Richtung Kemnath. Der Rauhe Kulm, gekrönt von einem Aussichtsturm, grüßt aus der Ferne. Der uralte Vulkan ist harmlos, er ist nie ausgebrochen und seine wildromantischen Basaltfelder sind heute eine wunderschöne Kulisse für Naturfreunde.

Doch ich fahre weiter, vorbei an Kemnath in Richtung Wunsiedel und hinein in die Ausläufer des Fichtelgebirges, das ich bei Wunsiedel endgültig erreiche. Von hier aus ist es nicht mehr weiter nach Schwarzenbach, dem ich auf kleinsten Nebenstraßen entgegen fahre. 



In der Bahnhofstraße erwartet mich das Erika-Fuchs-Haus und ich tauche ein in die bunte Fantasiewelt der Comics, nicht und in die aus Entenhausen.

 Hier bietet sich die Gelegenheit zu einem Wiedersehen mit vielen alten Freunden. Tim und Struppi sind da, Asterix und Lucky Luke sowie viele andere.


Ich will nicht zu viel verraten, aber jedem Comicfreund sei die Reise nach Oberfranken angeraten, den Naturfreunden ebenso, denn die Gegend ist wunderschön.


Weblinks:
Webseite des Erika-Fuchs-Hauses: http://www.erika-fuchs.de/

Montag, 8. August 2016

Puchal: langsam wird mir die Karre unheimlich ...

Wie berichtet hatte die X30 in Graz unvermittelt den Geist aufgegeben. Darum habe ich mich heute in der Werkstatt daran gemacht, den Fehler zu suchen und das Mofa wieder zum laufen zu bringen.

Zunächst mussten aber erstmal der gruselige Tourensitz und der unschöne, auf Reisen aber ganz praktische, abschließbare Tankdeckel weg. Beides war schnell erledigt und ich habe mich auf die Technik des Mofas gestürzt.
Eine gründliche Kontrolle der Zündung blieb ebenso ohne Befund wie die des Vergasers. Vor einem Kompressionstest wollte ich es dann aber nochmal wissen und habe einen halbherzigen Versuch unternommen, den Motor zu starten. Also Tritt aufs Pedal, eine halbe Umdrehung und: Sie läuft !?

Was genau ist das nun schon wieder? Ich habe keine Ahnung, war aber mutig genug, mit dem Mofa eine Probefahrt zu unternehmen und auch zur Waschhalle zu fahren. Völlig ohne Probleme.

Langsam wird mir die Sache unheimlich, hier muss auf jeden Fall noch genau nachgeforscht werden, was der Kiste im Magen lag. Ein Zusammenhang mit dem Heißstartproblem (das noch immer besteht) ist wohl logisch anzunehmen. Was kann das nur sein?