Sonntag, 19. November 2017

Spirit of Saxonia: zurück auf der Straße

Nachdem ich den Chinakracher gestern Abend mit nach Hause genommen hatte, musste heute natürlich eine etwas längere Probefahrt folgen. 
Auf der "Standardrunde" durchs Donautal war das heute, dank relativ gutem und mildem Wetter, möglich. Das schöne an der herbstlichen Witterung ist ja, dass man die Strecke für sich alleine hat, Rad- und Motorradfahrer sieht man nur wenige. Entsprechend genüsslich ließen sich gut 40 Testkilometer abspulen. Sicherheitshalber mit dem Reservekanister im Helmfach, denn die Tankuhr geht ja bekanntlich nicht. 

Man kann aber sagen was man will, obwohl der Roller keine Schönheit ist und es zweifellos Roller gibt, die besser fahren, tut er was er soll. Einziger echter Kritikpunkt sind die uralten und minderwertigen Reifen, bei nasser Fahrbahn muss man da doch sehr aufpassen. 

Bleibt die Frage, was aus dem Roller wird. Über den Winter werde ich ihn, als Unterstützungseinheit für den Cargozip erstmal behalten. Hauptsächlich weil ich dem Zip aktuell auch nicht zu 100% über den Weg traue, die Kupplungssache könnte für einen Ausfall sorgen. Aber das riskiere ich jetzt erstmal. Im Frühjahr gebe ich den Spirit dann evtl. weiter, eine Bekannte von mir sucht dann vermutlich nach einem neuen, billigen Untersatz und da wäre das Teil perfekt. Das ist aber noch nicht spruchreif. 




Samstag, 18. November 2017

ein kleiner Ausflug nach Franken

Ronny, bekannt aus dem  Fusselforum, hatte vor einiger Zeit ein altes Fahrgestell für einen Mopedanhänger ausgeschrieben. Er wollte das Ding loswerden, aber eben auch nicht verschrotten und ich kann ja bekanntlich alles gebrauchen. Außerdem steht Thums Vivacity-Dreirad zur Zeit in Ronnys Werkstatt. Denn das Fahrzeug bekommt eine komplett neue Hinterachse um das leidige Problem mit dem Differential abzustellen. Im Zuge dessen hatte Ronny mich gebeten, einen allgemeinen Blick auf den Roller zu werden. Alles in allem Grund genug den Golf vor den Anhänger zu spannen und in Richtung Franken zu fahren.
In Ronnys Werkstatt habe ich mir dann von ihm zunächst die neue Hinterachse für den Wulfhorst zeigen lassen. Eine wirklich gelungene und faszinierende Konstruktion.


 

Es ist ein kompletter Neubau, der so konstruiert ist, dass das Differential nur Drehbewegung übertragen muss und keine Biegekräfte aus der Achse mehr aufnehmen muss. Denn darin lag das Problem begründet. Die Konstruktion ist im Prinzip die einer Starrachse aus dem PKW-Bau. In Sachen Aufwand und Fertigungsqualität auf jeden Fall ein Meisterstück. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das Teil im Roller und vor allem auf Tour schlagen wird.
 
Bis es soweit ist, hängt der Roller aber noch ohne Hinterachse auf einer Palette. Das hat allerdings den Vorteil, dass man mittels eines Gabelstaplers sehr komfortabel daran schrauben kann.
Ich habe diesen Umstand dann genutzt und mir den Motor des Vivacity vorgenommen.
Antriebsriemen und Fliehgewichte sowie der Luftfilter sind turnusmäßig dran. Leider kamen die Teile nicht rechtzeitig bei mir an und gehen darum nächste Woche per Post an Ronny. Echte Defekte sind eigentlich nur ein sabbernder WeDi auf der Antriebsseite ...
... sowie ein total ausgewaschenes Steigwerk des Variators.
Den WeDi wird Ronny noch erneuern, den Variator nehme ich mir vor, wenn der Thum im Frühjahr zwecks Vergaserabstimmung bei mir vorbeischauen wird. 

Der Arbeitsteil des Besuchs war damit erledigt und wir zogen uns in Ronnys Küche zurück. Dort verging dann die Zeit im Gespräch recht schnell, bevor ich mich auf den Heimweg machte. Vorher haben wir natürlich noch das besagte Anhängerfahrgestell aufgeladen.






Mal sehen was aus den rostigen Trümmern werden wird. Es ist eine interessante, sehr alte Konstruktion von einem begabten Heimwerker. Ich bin mal gespannt ...
Da ich das Zeug nicht über Nacht auf dem Anhänger lassen wollte, bin ich dann nicht direkt nach Hause gefahren, sondern habe vorher noch einen Stopp in meiner Werkstatt eingelegt. Da ich dann eh schon da war und den Anhänger dabei hatte, habe ich den Spirit of Saxonia doch noch zusammengeschraubt.
Zwar fehlt immer noch der Tankgeber, aber dieser ist bei diesen Rollern ohne große Demontagearbeiten zugänglich. Daher habe ich beschlossen, den Roller heute Abend noch mit nach Hause zu nehmen. Die Reparaturen waren scheinbar erfolgreich, er sprang sofort an und absolvierte eine kurze Probefahrt auf dem Feldweg hinter der Werkstatt. 
Also rauf auf den Anhänger und ab nach Hause. Es wurde langsam Zeit, denn ich war nun schon gut 10 Stunden unterwegs. Der letzte Stopp des Tages war dann eine verdiente Wäsche für Golf und Anhänger. 








Freitag, 17. November 2017

Spirit of Saxonia: ein zäher Kampf

Gestern waren endlich die Neuteile für den Chinakracher in der Post. Die Lieferverzögerung war jedoch meine eigene Schuld, denn ich hatte bei der Bestellung als Versandart "Abholung im Laden" angegeben, klar dass dann nichts kommt ... Aber dieser Fehler wurde zwischenzeitlich ausgebügelt und die Ware ist eingetrudelt. 
Ein ziemlich beachtlicher Teilehaufen und genug um sich einige Zeit mit dem Roller zu beschäftigen. Angefangen habe ich mit dem Hauptproblem, dem Benzinhahn.
Natürlich gab es zusätzlich zum Hahn auch einen neuen Leitungssatz. Wie marode die alten Spritschläuche waren zeigte sich bei der Zuleitung zum Benzinfilter. Diese ist mir beim Versuch der Demontage unter den Fingern zerrissen. 
Die letzten Reste des Tankinhalts waren damit natürlich auch auf dem Fußboden, es waren zum Glück nur eine kleine Menge. Mit den neuen Leitungen und dem neuen Benzinhahn behält der Roller seinen Tankinhalt jetzt bei sich. 



Anschließend zogen noch der neue Luftfilter ein und ich habe die Ventile eingestellt sowie die Zündkerze erneuert. Zeit also den Motor zum ersten Mal in der neuen Heimat laufen zu lassen. Dabei lief der Motor stabil, aber nicht wirklich rund. Dennoch habe ich ihn etwa 20 Minuten vor sich hin bollern lassen um das Motoröl aufzuwärmen, denn der Ölwechsel stand als nächster Programmpunkt auf dem Plan.
Hauptproblem dabei war eigentlich, dass sich die Ablasschraube nur mit ziemlich viel Kraftaufwand zum Loslassen überreden ließ. Vermutlich war dies der erste Ölwechsel im Leben des Chinakrachers. Das Foto kann kaum wiedergeben, wie zähflüssig die Brühe war. Ebensowenige wie das Bild, zum Glück, den Gestank wiedergeben kann, der von dieser Brühe ausging. 
Mit frischem Öl im Motor (und natürlich auch einem neuen Ölsieb) blieb nur noch das Getriebeöl übrig um das Motorkapitel zu beenden. 
Im Getriebe war nichts mehr, das auch nur Ansatzweise an Öl errinnert. Die honigzähe, nach faulen Eiern stinkende, grüne Mumpe durch vernünftiges SAE80 zu ersetzen war sicher auch kein Luxus. Der Motor sollte so auf jeden Fall wieder fit sein um noch ein bisschen zu laufen. Im Übrigen ist seit dem Ölwechsel der Leerlauf des Motors erheblich besser und er läuft mechanisch erheblich leiser. 

Zeit sich der restlichen Technik zuzuwenden. Angefangen mit dem Scheinwerfer, der ja durch den Umfaller beim Sturm in Freiberg zerbrochen war. 
Mechanisch passte der neue Scheinwerfer dann auch problemlos in die Lenkermaske, etwas das man bei Chinarollern auch nicht immer erwarten kann. Allerdings ließ er sich nicht an den Roller anschließen, denn die Stecker von Kabelbaum und Scheinwerfer erwiesen sich als nicht kompatibel. 
Das die Kabelabzweige für Masse und Standlicht am neuen (!) Scheinwerfer einfach nur zusammengezwirbelt und mit Elektrikertape umwickelt waren, anstatt sie zu verlöten war da auch nicht mehr so schlimm. Denn der mitgelieferte Stecker fiel sowieso dem Seitenschneider zum Opfer. 
Den zum Kabelbaum passenden Stecker des alten Scheinwerfers habe ich dann auch noch, mit etwas Kabelrest, amputiert und zum ausklinkeln der Leitungsbelegung genutzt. 
Der Rest war dann mit etwas Lötkolbenaction und Schrumpfschlauch sauber und problemlos, vor allem aber wesentlich hochwertiger als die Chinalösung, zu erledigen. 
Eine weitere Baustelle, an der eigentlich alle Chinaroller kranken, sind vergilbte Tachogläser. Ich hasse das, denn es sieht nicht nur mega-räudig aus, sondern ist auch bei schlechter Sicht oder Nachts ein Problem, denn die gelbliche und meist total zerkratzte Scheibe beeinträchtigt die Lesbarkeit des Instruments enorm. Zum Glück sind die Scheiben billig und schnell zu tauschen. 
Die Gegenüberstellung zeigt, wie fertig auch die Scheibe vom Sprit schon war. Gut, ich habe schon schlimmere gesehen, aber unschön ist es trotzdem. 
Bevor ich dann den Lenker wieder zusammenbauen konnte ging es noch an zwei weitere Kleinbaustellen unter der Lenkermaske. Zum Einen den defekten Bremslichtschalter der Vorderradbremse...

... und zum Anderen den abgebrochenen, linken Bremshebel.

Abgebrochene Hebel sind auch so ein Hassobjekt von mir. Viele Rollerfahrer fahren einfach damit herum, nicht wissend, dass sie damit Hebelkraft und somit Bremsleistung verschenken. Etwas, dass in kritischen Situationen durchaus gefährlich werden kann. Davon, dass ein abgebrochener, scharfkantiger Hebel ein Verletzungsrisiko für sich ist ganz zu schweigen. 
Aber egal, mein Chinakracher hat jetzt wieder zwei intakte Bremshebel. Zeit ihn endgültig zusammenzubauen und diesen Sieg über die minderwertige Kreatur zu genießen. Aber so ganz kampflos wollte er dann doch nicht aufgeben. Bei den letzten Tests funktionierte plötzlich die Tankanzeige nicht mehr. Ursache: ein defekter Tankgeber. Das Teil ist ganz frisch verreckt, aber es hilft nichts. Baustopp bis Ersatz besorgt ist. 
Immerhin, der Roller steht zu zweidrittel montiert und optisch soweit komplett in der Werkstatt. Das Ziel ist in Sicht und bei der Bestellung des Tankgebers werde ich genauer aufpassen welche Versandart ausgewählt ist. 





 






Sonntag, 12. November 2017

Spirit of Saxonia: Oldschool Geschreibsel und etwas Sicherheit

Zu den Dingen, die sich geändert haben zählt auch die Schrift. Einige der älteren Generation haben, zuletzt in den 1950er Jahren, noch die sog. "Deutsche Schrift" gelernt. Also die Sütterlin-Schreibschrift. Das schöne daran ist heute, dass nur ein kleiner Teil der jüngeren Generationen diese Texte lesen kann. Warum also nicht mal den Projektnamen in dieser Schrift auf den Roller bringen?
Ich bin mal gespannt, welche Reaktionen diese "Geheimschrift" auslösen wird. Etwas Verwirrung ist aber immer schön.

Außerdem habe ich mitlerweile noch eine recht gefährliche Pfuschbaustelle am Roller beseitigt. Irgendwann hatte wohl die Sicherung den Geist aufgegeben und statt sie zu erneuern hat irgendjemand einfach die Kabelenden aneinander gesteckt. 
Zugegeben, die Sicherungshalter der Chinaroller taugen nicht viel und die flimsigen Torpedosicherungen sind teilweise schwierig zu bekommen. Einfach weil diese Technik heute nicht mehr gebräuchlich ist. Darum baue ich in solchen Fällen ja gerne auf moderne Flachsicherungen um.
Im Restpostenmarkt gabs vor einigen Jahren mal fliegende Sicherungshalter und ich habe mich damit eingedeckt. Einer war noch da und hat jetzt seinen Einsatzort gefunden.
Interessant ist nur, dass das Handbuch für den RS460 eine 15A Sicherung vorsieht. Normal bei Rollern dieser Größe sind eigentlich 7,5A oder 10A. Aber das wird schon seinen Grund haben, darum habe ich mich hier einfach an die Werksvorgaben gehalten. Deutlich sicherer als die alte Lösung ist es auf jeden Fall.



Samstag, 11. November 2017

Luigi: WTF ? ein Rätsel an der Tankstelle

Ich bin heute mit der Ape zum Tanken gefahren, eigentlich nicht weiter spektakulär, aber da der Kasten leer war, habe ich bei der Gelegenheit gleich nach dem Ölstand geschaut. Was ich dabei im Motorraum entdeckt habe gibt mir ein Rätsel auf.
 
Der Frischluftschlauch hat ein Loch, das aussieht als sei er von innen her heiß geworden. Das kann eigentlich nur sein, wenn es im Luftfilter zu einer Verpuffung kommt. Nicht das soetwas bei einem Zweitakt-Vergaser-Motor nicht mal vorkommen könnte, aber normalerweise sind dann auch im Luftfilterkasten entsprechende Spuren. 

Kasten und Filter sind aber i.O.. OK, der Luftfilter gehört erneuert, aber im Dezember ist eh Servicezeit für Luigi. Von daher ... Woher kommt also das Loch im Frischluftschlauch? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, noch dazu, weil es sich auf der dem Motor abgewandten Seite des Schlauchs befindet. Also an einer Stelle, die überhaupt keinen Sinn ergibt. 
Es bleibt daher erstmal nur die pragmatische Lösung. Das Loch ist mit Panzertape verschlossen und ich beobachte die Sache mal. Wenn das Tape auch schmilzt, dann habe ich ein sehr merkwürdiges Problem, wenn nicht, dann ist es einfach nur eines jener seltamen Dinge, zu denen italienische Fahrzeuge bisweilen neigen.


Freitag, 10. November 2017

Spirit of Saxonia: Stillstand an allen Fronten

Die Ersatzteillieferungen die aktuell offen sind regen mich auf. Weder der Tscheche, bei dem ich die Teile für die Jawa bestellt habe, noch die Firma die Teile für den Chinakracher liefern soll kriegen es gebacken das Zeug zu versenden. Dem Tschechen muss man immerhin zugute halten, dass er sich gemeldet und eine Entschädigung versprochen hat. An der Chinafront hingegen herrscht tiefes Schweigen. Dies ist auch deshalb ärgerlich, weil es mich daran hindert andere Baustellen anzugreifen, denn der Chinaroller verstopft den Arbeitsplatz und rausstellen kann ich ihn zur Zeit auch nich. Sehr frustrierend!
Darum war es im Grunde gut, dass sich für heute eine liebe Bekannte angekündig hatte. Ihr Dacia Logan brauchte neue Bremsbeläge und -scheiben, keine große Sache, aber ein Grund zur Werkstatt raus zu fahren und ein bisschen was zu tun. Wir wurden damit auch gerade rechtzeitig vor dem Regen fertig und ich konnte noch ein bisschen Kleinkram erledigen.
Die Farbe auf dem Auspuff war zwischenzeitlich natürlich gut durchgetrocknet. Das sah sogar recht ordentlich aus und ich habe kurz überlegt, ob ich die Verblechung nicht weglassen soll. Aber es sah eben ordentlich aus, zu ordentlich ...
Mit der felgensilberverschmierten Verblechung und den rostigen Schraubenköpfen passt es schon viel besser ins Bild. Ja, das ist der richtige Look. 
Am Roller sieht das dann auch wunderbar beschissen aus. Genau so wollte ich das. Außerdem hatte ich noch einen größeren Posten billigster "Tuningaufkleber" rumliegen. Genau das Richtige um sich noch ein bisschen an der Optik des Rollers zu vergehen. Billig und prollig sind hier die Schlagwörter.
Das erste Opfer war das linke Seitenteil. Das Rechte blieb davon verschont, denn dafür habe ich andere Pläne. 
Aber ohne eine ordentlich Beklebung der Front ist der "Möchtegernracer-Look" nicht komplett.
Ja, so gefällt mir das dann richtig gut. Die Sache wird langsam richtig absurd, also genau perfekt für dieses "Projekt". Allerdings hoffe ich wirklich, dass die Technikkomponenten langsam eintrudeln. Wenn da bis Montag nichts geliefert wurde, wird diese Bestellung storniert und das Zeug wo anders geordert, kann doch echt nicht sein ...