Freitag, 23. September 2016

Klingonenkreuzer: neue Stabilität

Heute war ich nur kurz in der Werkstatt, weniger zum Schrauben sondern mehr um einige Dinge zu holen die ich zu Hause benötigt habe. Dennoch ging es auch am Klingonenkreuzer ein kleines Stückchen weiter.

Das Rahmenheck des Neos ist, anders als bei den meisten Rollern, kein fester Bestandteil des Hauptrahmens. Es ist vielmehr eine aufgeschraubte Brücke, die nicht nur den Rahmen stabilisiert, sondern auch als Aufnahme für den Gepäckträger und Halter für das Sitzbankschloss dient. Eine clevere Konstruktion, die jedoch ihre Tücken hat.

Um das ausgerissene Gewinde für die Gepäckträgerbefestigung zu reparieren war es notwendig, diese Rahmenbrücke abzunehmen, was nach dem lösen von vier erschreckend lockeren Schrauben problemlos möglich war.


Auf der Werkbank offenbarte sich dann, dass die Brücke grundsätzlich in gutem Zustand ist. Zwar ist sie, genau wie der ganze Rahmen, durch den Unfall vor einigen Jahren verzogen, aber eben nicht so extrem, dass sie unbrauchbar wäre. Lediglich ein Gewinde (in Fahrtrichtung vorne rechts) für den Gepäckträger war hinüber, die anderen drei Gewinde zeigten sich nach einer Reinigung in sehr gutem Zustand.
Um das Gewinde nachzuschneiden war nicht mehr genug Material da. Hier hilft aber die "klingonische Lösung", sprich einfach eine Mutter anschweißen. 
Etwas Grundierung sorgte anschließend für den notwendigen Rostschutz. Denn auch die Rahmenbrücke zählt zu den klassischen Rostfallen am Neos. 
Die Aufnahempunkte der Brücke hatte ich vor einigen Jahren mit Permafilm versiegelt. Nach einer gründlichen Reinigung zeigte sich einmal mehr, wie effektiv dieses Schutzmittel ist. Obwohl der Rahmen hier blank gescheuert ist, gab es keinen Rost. Damit dies so bleibt bekam dann auch das Rahmenheck etwas Grundierung. 
Während diese trocknete konnte ich mich damit befassen, warum die Rahmenbrücke locker war. Die Gewinde im Rahmen erwiesen sich als verdreckt aber intakt, dafür hatten es alle vier Schrauben hinter sich.
Es scheint, als habe der intensive Gebrauch des Gepäckträgers und der Seitenkoffer hier zu einer Überlastung geführt. 
Apropos Gepäckträger. Dieser lag ja immer noch im Rostumwandlerbad. Dieses hatte seinen Job hervorragend gemacht und der Träger bekam einen Pinselanstrich mit schwarzer Rostschutzfarbe. Somit sollte er wieder für einige Jahre bereit sein. 
Mit der gleichen Rostschutzfarbe habe ich dann natürlich auch die grundierten Stellen am Rahmenheck und der Brücke gestrichen. Denn auch diese sollen ja vor neuem Rost geschützt sein. Vor dem Zusammenbau gab es dann auch noch frischen Permafilm.
Das Zeug mag widerlich stinken und furchtbar kleben, aber es ist auch ein erstaunlich wirksames Rostschutzmittel. 
Mit neuen Schrauben hat das innere Neosheck somit seine alte Stabilität zurück gewonnen. Farbe und Permafilm müssen noch durchtrocknen, dann kann ich den Roller eigentlich wieder zusammenbauen. Aber die Umbauen über den Winter haben ja gerade erst begonnen. Hier wartet noch viel Arbeit auf mich!











Mittwoch, 21. September 2016

schneller Reiter: angewandte Nachhaltigkeit

Es steht fest: Der schnelle Reiter wird mein nächster Winterroller. Es gilt also, die letzten schönen Tage zu nutzen um ihn dafür tauglich zu machen. Im Grunde fehlt nicht viel, ein Topcase muss noch drauf und bessere Spiegel, alles Dinge die bei Gelegenheit schnell zu erledigen sind. Vorher musste jedoch noch ein echter Mangel, der bereits seit dem Kauf bestand, behoben werden: Ersatz für den fehlenden Sperrigel der Sitzbank.
Ohne den Riegel kann die Sitzbank nicht abgesperrt werden und das Helmfach ist immer offen. Bei einem Roller, der auch mal über Nacht in der Stadt stehen soll eher ungut. Doch leider gibt es den Riegel bei Piaggio nicht einzeln zu kaufen. Lediglich eine komplette Sitzbank wäre lieferbar, doch deren Preis (knapp 200€) übersteigt den Wert des Rollers um ein Vielfaches. Es musste also eine billigere Lösung gefunden werden.

Diese fand sich in einer Onlineauktion. Die total  verwüstete Sitzbank eines Zip 25 ohne Schlüssel ist der ideale Teileträger und blieb, dank ihres grauenhaft schlechten Zustands, angenehm billig. Heute war der Brocken in der Post und ich habe mich direkt daran gemacht die Reparatur auszuführen.

Den Riegel zu tauschen ist weder besonders schwierig noch spektakulär, aber es ist ein befriedigendes Gefühl, denn der Roller einen Mangel weniger hat. Zudem zeigt diese Reparatur gut, wie man auf einfache Weise viel Geld sparen kann.
Zudem gibt es einen positiven Nebennutzen, denn die alte Sitzbank, die so wohl einschließlich ihrer benutzbaren Teile in den Müll gewandert wäre, hat so noch eine sinnvolle Verwendung gefunden. Bevor ich sie wegwerfe, werde ich nämlich noch die Teile abbauen, die in Zukunft evtl. nützlich sind. Sprich die Griffschalen, das Scharnier und den Hebel des Schlossmechanismus. Dinge die ebenfalls nicht einzeln bei Piaggio zu beziehen, bei älteren Zip aber relativ häufig kaputt sind.



Sonntag, 18. September 2016

Bravo: Saisonabschluss beim Oldtimertreffen in Langquaid

Jedes Jahr gegen Ende September lädt der Oldtimerclub Langquaid zum Oldtimertreffen im Rahmen des traditionellen Zwetschgenmarktes ein. Einerseits ist dies immer eine schöne Gelegenheit, den Saisonabschluss mit einem lokalen Treffen zu begehen, andererseits hat es auch den Nachteil, dass zu diesem späten Termin das Wetter zum Problem werden kann. Mich hält das aber schon seit vielen Jahren nicht davon ab, jedes Jahr nach Langquaid zu fahren.

Die Fahrt nach Niederbayern führt durch landschaftlich reizvolle, recht abgelegene Gegenden. Diese haben auch bei trübem Herbstwetter ihren besonderen Charme.
Nach der erfolgreichen Beseitigung des Luftfilterproblems, lief diesmal auch das Bravo hervorragend. Steigungen sind jetzt kein Problem mehr, ganz im Gegenteil. Manch ein moderner Roller würde seine liebe Not haben, mit dem alten Italiener mitzuhalten. 
 
 

Wie erwartet war die Teilnehmerzahl in Langquaid recht überschaubar. Wie schon im Vorjahr, ließen die Platzaufteilung und leider auch die Umgangsformen der Ordner etwas zu wünschen übrig. Der guten Laune und der Freude über das Wiedersehen mit vielen lieben Bekannten tat dies jedoch keinen Abbruch. Nicht zuletzt, weil trotz des mäßigen Wetters ettliche seltene und sehr sehenswerte Fahrzeuge angereist waren.

Darunter fiel vor allem der Studebaker Hawk aus den 50er Jahren auf. Der seltene US-Wagen wirkt mit seinem futuristischen Styling mehr wie ein Conceptcar als ein Serienprodukt. Damals wie heute nicht unumstritten, aber in jedem Fall sehr spektakulär.
Der BMW war hingegen nur einer von mehreren Vertretern der Marke bzw. Baureihe, die ungewöhnliche (originale!) Farbe machte ihn dennoch zu einem der Stars.
Der Passat hingegen bestach weniger durch seine werksmäßige Originalität als dadurch, dass er mit verschiedenen seltenen Zubehörteilen ausgerüstet war. Ein rarer Überlebender des Zeitgeschmacks der frühen 90er Jahre. 
Der wilde Babybenz im Ralleytrim sorgte gleichermaßen für Kopfschütteln wie für breites Grinsen. Er ist jedoch ein aktiver Ralleywagen und kein Poser, daher passt das alles sehr gut. 
Erstaunlich wenige historische Landmaschinen waren zu sehen. Dies dürfte das erste Mal sein, dass ich in Langquiad ein Übergewicht bei Autos und Motorrädern gegenüber den alten Schleppern erlebt habe. 

Doch das Salz in der Suppe solcher Treffen sind ohnehin die Gespräche mit den Teilnehmern und deren Geschichten. So ist die 1984er Kawasaki GPZ im Erstbesitz und bis heute als Tourenmotorrad in Gebrauch. Abenteuergeschichten des Besitzers inklusive, ist sie mein persönliches Highlight bei den (wenigen) angereisten Motorrädern.

Der Grund für die geringe Zahl von Motorrädern war der gleiche, wie für meine recht frühe Abreise. Das Wetter wurde nicht besser und es war doch ziemlich ungemütlich geworden. 

Auf der Rückfahrt erwischte mich dann auch ein Wolkenbruch. Ziemlich durchweicht, aber trotzdem gut gelaunt kam ich zu Hause an. Die Oldtimersaison 2016 ist damit vorbei und die Schrauberzeit beginnt. Das Bravo wird bald zusammen mit den anderen Oldis eingewintert und es geht erst 2017 weiter.







Samstag, 17. September 2016

Klingonenkreuzer: auf großem Fuß in tragender Rolle

Auch Legenden altern irgendwann und mit dem Alter kommen auch die Wehwehchen. Dies gilt auch für legendäre Roller wie den Klingonenkreuzer. Dieser krankt vor allem an den Bremsen, denen das Alter schwer zugesetzt hat. Insbesondere die Hinterradbremse lässt schon seit geraumer Zeit sehr zu wünschen übrig. Natürlich könnte man das mit einigen Originalteilen schnell wieder in Ordnung bringen, aber ich bin ein Customizer und als solcher stets auf der Suche nach neuen Ideen und Verbesserungen meiner Fahrzeuge. 

Die Erkenntnis, dass große Räder besser rollen als kleine ist beim Neos ohnehin gut umgesetzt, denn dieser steht am Werk auf fleischichten 12-Zoll Rädern. Aber machmal ist größer einfach besser, weshalb der Wunsch nach den 13-Zöllern des Aerox durchaus verbreitet ist. Leider lassen sich diese nicht einfach 1:1 an den Neos montieren, denn der Aerox hat bekanntlich am Hinterrad eine Scheibenbremse. 
Allerdings ist der Wunsch nach anderen Felgen so verbreitet, dass die Industrie dafür passende Adapter bereit hält. Bastian hat mir einen solchen Adapter überlassen, der eigentlich für seinen GlobetRoller vorgesehen war. Das Teil ist für Roller von CPI bestimmt, welche üblicherweise auch mit einem Minarellimotor ausgerüstet sind. Das Ding sollte also eigentlich auch den Neos passen.
Um dies zu überprüfen muss natürlich zuerst das Hinterrad raus. Der Adapter wird dann einfach anstelle der Originalfelge auf die Getriebeausgangswelle montiert. 
An dieser Stelle zeigte sich dann auch, dass Konjunktive im Zusammenhang mit technischen Basteleien gefährlich sind. Aus "sollte also eigentlich passen" wird ein hartes "passt nicht". Der Grund: Die Verzahnung des Adapter ist zu groß für die  Getriebewelle des Klingonenkreuzers. Eine kurze Messung zeigte, was spätere Internetrecherche bestätigt: Die Antriebswelle beim CPI (Minarelli-Lizenzbau) ist 17,5mm stark, die beim echten Minarellimotor nur 17mm. Passt also nicht zusammen. 
Hier muss also ein anderer Adapter her, hilft nichts. Leider ...

Allerdings habe ich mich natürlich nicht davon abhalten lassen, dass Aeroxrad einmal in den Radkasten des Klingonenkreuzers zu stellen. Ja, das kommt so. Ohne die affigen Klebestreifen und in einer vernünftigen Farbe kommt das richtig fies. 
Beim 140er Riesenschlappen wird wohl leider der TÜV nicht mitspielen, weshalb ich hier nur einen 130er werde fahren dürfen. Aber mal sehen. Zumindest für die ersten Montagetests lasse ich mal den 140er drauf. Das Ding sieht nicht nur geil aus, es ist auch dicker als der endgültige Reifen, weshalb automatisch die nötige Sicherheitsreserve entsteht, wenn ich den Umbau mit diesem Reifen durchführe. 


Da der Neos wegen der defekten Bremsen zur Zeit eh nicht wirklich fahrtauglich ist, habe ich mich dann gleich noch auf eine andere Baustelle gestürzt, die ich schon länger vor mir her schiebe. Das Heck des Rollers zu zerlegen ist eine ecklige Arbeit. Hier muss man klar sagen, dass Yamaha dies nicht optimal gelöst hat. Leider ist es aber unumgänglich, denn die Gepäckträgeraufnahmen sind in sehr schlechtem Zustand.
Hauptproblem ist der untere Anschraubpunkt. Bei diesem war das Gewinde ausgerissen. Man sieht auf dem Foto deutlich, dass diese Stelle bereits mehrfach geflickt wurde. Immerhin gibt es diesmal kein Rostproblem, sondern nur ein überlastetes Gewinde zu kurieren.
Generell ist der Heckausleger in sehr gutem Zustand. Die Dreiecksbleche, die vor fast 15 Jahren als Verstärkung eingesetzt wurden, haben ihren Dienst gut erfüllt. Viele Neos sind in diesem Bereich sehr stark verrostet, beim Klingonenkreuzer gibt es außer den Spuren zweier Unfälle und der Misshandlungen der Jahre im Alltagsbetrieb nichts zu bemängeln. Gegen den geringen Oberflächenrost werde ich noch mit Rostumwandler vorgehen.
Wenn man den Gepäckträger ohne die Plastikteile des Rollerhecks montiert, kann man die Bohrungen wunderbar ausrichten. eine der vier Haltebohrungen oben muss ebenso nachgearbeitet werden wie die untere Stütze.
An dieser Stelle genügte immerhin ein kurzer Einsatz des Gewindeschneiders um wieder für sicheren Halt zu sorgen.
Nachdem das erledigt war, konnte ich den Gepäckträger wieder abbauen und die Topcasehalteplatte abnehmen. Wie erwartet ist der Träger darunter sehr gammelig. Immerhin ist er nirgendwo durchgerostet oder gerissen. 
Ein Bad in Fertan (Rostumwandler) sollte ihn daher wieder benutzbar machen. Auch der Rahmenausleger hat eine Dosis des "Wundermittels" bekommen. Denn klar ist: Auch wenn Legenden älter werden, sterben werden sie nicht. Schon garnicht den Rosttot.











Donnerstag, 15. September 2016

Kasperltheater: Der Stillstand hat ein Ende

Seit Bianca den Roller vor fast einem Jahr mit Motorschaden abgestellt hat ist ja ein bisschen was geschehen. Dennoch waren die letzten Monate eher von Stillstand geprägt, es gab einfach zu viele andere Dinge zu tun. Doch über den Winter soll der Zip wieder genesen, damit er im Frühjahr zurück auf die Straße kann.
Zunächst zog ein gebrauchter Zylindersatz in den Roller ein und ich habe das Einlassystem wieder montiert. Mit etwas Starthilfespray direkt in den Ansaugstutzen gab der Motor dann auch promt die ersten Lebenszeichen von sich. Das macht Hoffnung, auf einen baldigen Testlauf.
Der Zustand des Vergasers lies diesen jedoch nicht zu. Neben dem Straßendreck, der auch in den Ansaugtrichter geraten war, hatte diesem auch die lange Standzeit zugesetzt. 
Für die Innereien mag eine kurze Reinigung mit Bremsenreiniger genügen, doch für den Vergaser selbst war ads nicht mehr ausreichend. Dieser muss jetzt ersteinmal für mehrere Tage in Biodiesel einweichen, danach sollte er sich vernünftig säubern lassen.

Auf der kosmetischen Seite steht aber ohnehin noch die Lackierung des Heckpanzers aus. Dieser trug noch das Marineblau des alten Kleides, soll aber auch bald in mattem Orange und Schwarz erstrahlen. Ob der Decklack noch vor dem Winter drauf kann hängt vom Wetter ab, heute war es noch warm genug zum grundieren. 


Es geht also weiter mit dem berühmten, kleinen Zip. Zwar in keinen Schritten, aber dank Biancas neuem Alltagsroller können wir uns ja Zeit lassen. 





Jawa: der Aufbau Ost ist abgeschlossen

Bereits am Dienstag konnte ich die Jawa wieder zusammenbauen. Eigentlich eine relativ simple Sache, allerdings ging hier wieder viel Zeit dafür drauf, die Sünden des Vorbesitzers zu beseitigen.
Die Bowdenzüge waren falsch verlegt und lieblos, mit Kabelbindern an der Gabel befestigt. Ein ziemlich grober Murks, der zwar funktionierte aber nicht besonders gut ausgesehen hat. Denn eigentlich kommt die Babetta komplett ohne Zughalter aus, was aber eine saubere Führung der Kabel erfordert.
Zu den besonderen Details zählt der Gasgriff, dieser wird bei der Jawa durch eine Nut am Lenker geführt und von einer aufgeschraubten Endkappe gesichert. Eine ungewöhnliche und sehr aufwändige Konstruktion.
Ordentlich gereinigt und sauber montiert läuft der Griff jetzt wieder ganz leicht und ohne den zähen Widerstand den er vorher geleistet hat. 
Den Gaszug konnte ich leider nicht, wie es den Katalogbildern nach korrekt wäre, zwischen den Gabelholmen verlegen. Dazu ist er schlicht zu kurz, also ist es wohl der falsche Zug. Einen passenden habe ich schon bestellt und werde ihn bei Gelegenheit montieren.
Mit Scheinwerfer und Schutzblech sieht das Ganze dann wieder so aus wie es aussehen soll. Eine letzte Probefahrt wird es dieses Jahr noch geben, dann kommt die Jawa in den Winterschlaf.