Samstag, 25. Juli 2015

Projekt Phönix: ausgepumpt

Glücklicherweise hat sich Maik doch noch entschlossen seinen Stalker ohne Ölpumpe zu fahren. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich sehr erleichtert bin. Die Betriebssicherheit des Fahrzeugs wird dadurch immens gesteigert. Zudem möchte ich die Gelegenheit nutzen, die dringend zu empfehlende Stillegung der Ölpumpe bei alten Piaggio-Zweitaktern als Anleistung zu veröffentlichen.

Zunächst müssen natürlich die Verkleidungen vor dem Öltank sowie der Variodeckel abgenommen und der Variator ausgebaut werden.



Hinter dem Variator befindet sich die Ölpume, die mit drei Schrauben befestigt ist. Wenn diese Schrauben gelöst wurden, kann die Pumpe zusammen mit dem Abdeckblech des Ölpumpenriemens entnommen werden. 

Der Antriebsriemen der Ölpumpe läuft auf einem Riemenrad das auf die Kurbelwelle aufgesteckt ist, sowie auf dem größeren Treibrad das auf einem Zapfen im Motorgehäuse steckt. Wenn die Ölpumpe abgenommen ist kann all dies problemlos entnommen werden.
Das Riemenrad auf der Kurbelwelle muss anschließend wieder eingesetzt werden, denn es wird als Distanzstück für den Variator benötigt. Die Schläuche an der Ölpumpe (dick = Zuleitung vom Tank / dünn = Ableitung an den Vergaser) können jetzt ebenfalls abgetrennt werden. Den Zuleitungsschlauch sollte man vorher jedoch mit einer Klammer verschließen da sonst der Öltank ausläuft!
Nachdem dies geschehen ist kann die Ölpumpe wieder eingebaut werde. Wird sie "blind" montiert erspart man sich das relativ umständliche Entfernen des Steuerzugs. Im Antriebskaste ist jetzt nichts mehr zu tun, Variator und Abdeckung können also wieder montiert werden.

Der nächste Arbeitsschritt ist die Demontage des Öltanks. Dieser stellt jetzt nurnoch unnützen Balast da und muss zudem entleert werden, was im ausgebauten Zustand erheblich leichter geht. 

Hierbei ist zu beachten, dass es bei Piaggio zwei verschiedene Signalgeber für den Öltank gibt. Einen zweipoligen der nur die Warnlampe schaltet und einfach weggelassen werden kann und einen vierpoligen der einen Zündunterbrecherkontakt hat.
Der Stalker verfügt über diesen vierpoligen Stecker. Ohne den Signalgeber lässt sich bei diesem Fahrzeug der Motor nicht mehr starten! Dies kann umgangen werden, indem die Kontakte am Stecker überbrückt werden oder (was ich für die bessere Lösung halte, weil der Kabelbaum nicht aufgeschnitten werden muss) durch "Blindlegen" des Gebers. Dieser ist nur in den Öltankt eingesteckt und kann einfach herausgezogen werden.
Anschließend blockiert man den Schwimmer in "Tank voll" position mit einem Kabelbinder und steckt den Geber wieder an den Kabelbaum des Rollers an. Er lässt sich dann problemlos am Rahmen befestigen und löst das Elektrikproblem auf einfache Weise. 
Abschließend muss noch der Zuleitungsschlauch zum Vergaser auf ein sinnvolles Maß gekürzt und verschlossen werden. Dazu bietet sich eine dünne, mit etwas Motordichtmasse bestrichene Blechschraube an die man ins offene Ende des Schlauchs "reinwürgt". Somit ist ausgeschlossen, dass der Motor an dieser Stelle Falschluft zieht.


Als letzte Sicherheitsmaßnahme sollte noch der Tankdeckel mit einem Hinweis versehen werden, dass der Roller absofort mit Mischung 1:50 (2% Ölanteil) gefahren werden muss. Direkt im Anschluss daran füllt man eine entsprechende Menge Öl in den Benzintank! 

Auf dieser Weise umgebaut ist der Roller erheblich betriebssicherer, da die Gefahr eines Riemenabriss und damit Ölpumpenausfall gebannt ist. Der Umbau kann aber, zum Beispiel für einen Verkauf des Fahrzeugs, jederzeit wieder Rückgebaut werden.






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