Samstag, 31. Oktober 2015

Fahrzeugportrait: Yamaha Neo`s 50 (erste Generation)

Yamaha Neo`s 50 (erste Modellgeneration)



Allgemeines zum Neo's
Der Yamaha Neo's 50, sowie sein baugleiches Schwestermodell MBK Ovetto, (beide Baureihen werden bei MBK in Frankreich produziert) sind grundsätzlich als mittelgroßer, komfortorientierter Stadtroller zu verstehen.
Die Fahrezeuge sind in der hier besprochenen Modellgeneration mit einem luftgekühlten, Zweitaktmotor des Herstellers Minarelli (Italien) ausgerüstet. Der Motor verfügt, wie die meisten modernen Zweitaktmotoren, über Getrenntschmierung, Elektrostarter und automatischen Choke (wobei die ersten Neo`s noch mit einem manuellen Choke ausgerüstet waren).
Das Fahrwerk besteht, typisch für moderne Automatikroller, aus einem Strahlrohrrahmen mit Telegabel vorne und Treibsatzschwinge hinten.
Die Bremse ist vorne eine einfache Scheibenbremse, hinten ist eine Trommelbremse vorhanden.

Die Tanks des Neo`s fassen 6,5l Benzin und knapp 1,5l Zweitaktöl. Die effektive Reichweite beträgt dabei ca. 200km, eine Öltankfüllung genügt für ca. 1.000km. Unter dem Sitz ist ein gut nutzbares Helmfach, zusätzlich kann ein Gepäckträger montiert werden und es gibt ein kleines Ablagefach im Beinschild (keine Serienausstattung). Insgesamt hat der Roller so einen hohen Nutzwert.

Motor und Antrieb
Die Zweitaktmotoren von Minarelli sind bekannt dafür, sehr robust und langlebig zu sein. Die Nominalleistung von 4PS wird bei 7.000upm erbracht, das maximale Drehmoment von 4,4nm erreicht der Motor bereits bei 6250upm.
Das relativ kurz übersetzte Endgetriebe sorgt dafür, dass der Roller sehr spurtstark ist, jedoch bei Fahrten mit Höchstgeschwindigkeit angestrengt und unsouverän wirkt. Ein Vorteil der kurzen Übersetzung ist jedoch auch die gute Bergsteigfähigkeit.

Der Antrieb, ein stufenloses Automatikgetriebe in üblicher Bauweise ohne besondere Merkmale, ist solide und ab Werk gut abgestimmt. Lediglich der in den Antrieb integrierte Freilauf für den Anlasser neigt dazu bei höherer Laufleistung zu blockieren, was ein hässliches, kratzendes Geräusch beim Anlassen erzeugt. Die Instandsetzung dieses Problems ist jedoch im Rahmen der normalen Inspektion ohne großen Mehraufwand machbar und daher relativ günstig.

Der ab Werk verwendete Auspuff ist von schlechter Qualität und rostet sehr schnell durch. Die Ausführung mit Katalysator neigt dazu, dass sich der Kat ablöst und den Auspuff verlegt. Hier ist gegebenenfalls die Umrüstung auf einen Zubehörauspuff sinnvoll.

Fahrverhalten
Das Fahrverhalten des Neo`s ist, bedingt durch die Fahrwerksgeometrie und die relativ großen Räder (12“), gutmütig und sicher. Geübten Fahrern fällt die mangelnde Schräglagenfreiheit in Linkskurven auf, hier setzt sehr schnell der Hauptständer auf. Sportlich ambitionierte Fahrer demontieren diesen daher oft.
Die Bremsen sind gut und verlässlich, die hintere Trommelbremse jedoch schlecht dosierbar. Ein überbremstes Hinterrad kann beim Neo`s jedoch auch von ungeübten Fahrern gut beherrscht werde. Die vordere Scheibenbremse ist besser dosierbar, jedoch weniger wirksam. Für ungeübte Fahrer kann dies jedoch auch als Vorteil gesehen werden, da es das Risiko das Vorderrad zu überbremsen (was praktisch unweigerlich zum Sturz führt) erheblich minimiert.

Der Neo`s im Alltag
Der Nutzwert des Fahrzeugs ist, wie bereits beschrieben, gut. Für den kleinen Wochenendeinkauf reicht es allemal, mit einem Topcase ausgerüstet schluckt der Neo`s notfalls auch die Schultasche oder das Reisegepäck für einen Wochenendtripp ans Meer.
Das breite Beinschild und das kaum gestufte Trittbrett sorgen für guten Wetterschutz, auch bei Regen oder Kälte ist der Roller angenehm zu fahren. Echte Allwetter oder Winterfahrer werden jedoch auf eine Windschutzscheibe nicht verzichten wollen. Diese ist, ebenso wie Sturzbügel, Gepäckträger und anderes Zubehör sowohl original von Yamaha als auch im freien Zubehörhandel zu bekommen. Aus Qualitätsgründen sollte hier jedoch dem Originalzubehör der Vortritt gewährt werden.

Die relativ einfache Struktur des Fahrzeugs, die auf Unnötiges verzichtet, erleichtert Wartung und Reparatur des Rollers. Dies reduziert die Arbeitskosten bei Werkstattbesuchen und macht Selbstschraubern das Leben leichter. Die große Inspektion (alle 5.000km) ist in Eigenarbeit mit Zubehörteilen für deutlich unter 50 Euro machbar. Die Reifen (vorne 120/90-12 hinten 130/90-12) sind Standardgröße und günstig und in großer Auswahl verfügbar.
Für Tuner und Leistungshungrige hält zudem der freie Handel eine, schier unüberschaubare Auswahl an Optik- und Technikteilen bereit. Damit kann der Neo`s dann zu jeder beliebigen Evolutionsstufe getrieben werden.

Fazit
Der Yamaha Neo`s 50 ist (fast) die sprichwörtliche Eierlegendewollmilchsau unter den Rollern. Er ist solide gebaut, langlebig und zuverlässig. Die Unterhaltskosten sind gering und er ist auch noch sehr komfortabel.
Für Alltagsbenutzer, Tourer und Tuner bietet er eine solide Basis. Die hier besprochene Generation (bis 2007 produziert) ist jedoch nur noch gebraucht erhältlich. Viele gebrauchte Neo`s kommen jedoch aus gutem Vorbesitz und sind in gutem Zustand, das erklärt auch die zum teil recht hohen Gebrauchtpreise. Wer sich für einen gebrauchten Neo`s interessiert sollte auf Unfallschäden und Bastelspuren achten sowie nach möglichkeit vorgelegte Rechnungen für die Wartungsarbeiten genau ansehen. Ein ordentlich gepflegter und gewarteter Neo`s wird seinem Besitzer auch bei hohen Laufleistungen noch viel Freude bringen.

 
 

Luigi: ein bisschen Schuhpflege

Apefahrer wissen es: die Reifen einer TM halten, bedingt durch die Hinterachsgeometrie, nicht sonderlich lange. Daher braucht mein Dreirad leider jedes Jahr einen Satz neuer Hinterreifen. Traditionell wird dies vor dem Winter erledigt, denn so ist sichergestellt, dass der Transporter in der schlechten Jahreszeit auf guten Reifen unterwegs ist.
Allerdings sind die Winterreifen der exotischen Dimension 125/80-12 ziemlich teuer. Darum möchte ich dies ab nächstem Jahr ändern und einen extra Satz (billigerer) Sommerreifen anschaffen. Für den Winter braucht es dann natürlich einen zweiten Satz Räder und ich hatte das Glück, kürzlich günstig einen Satz TM-Felgen mit schlechten Reifen sehr billig zu erstehen. Auf diese Felgen kommen jetzt neue Winterreifen, auf die drei anderen im Frühjahr dann Sommerreifen.

Allerdings müssen diese "neuen" Winterräder erstmal in einen optisch ansprechenden Zustand gebracht werden. Darum habe ich sie heute gesäubert und lackiert. Solange die alten Reifen, die ohnehin weggeworfen werden, noch drauf sind kann man das ohne große Abklebeorgie erledigen. Sehr angenehm!
Normalerweise bin ich kein großer Fan von Felgensilber. In diesem Fall passt es aber und ich hatte auch noch eine angebrochene Dose rumstehen. So wird das Zeug nicht schlecht. 

Dienstag, 27. Oktober 2015

Alle Jahre wieder: Sichtbarkeit für Sicherheit!

Der 31. Oktober ist nicht mehr weit, das traditionelle Fest Allerheiligen wird dann wieder von vielen Menschen begangen. Andere finden das neuheidnische Halloween cooler und ziehen, als Hexe, Zombi oder sonstige Gruselgestalt verkleidet, um die Häuser. Dabei geht es vor allem darum gesehen zu werden, womit wir beim heutigen Thema wären.



Ein "Kostüm" das jedem Rollerfahrer in der dunklen Jahreszeit gut steht (nicht nur an Halloween) ist eine Warnweste. Ein faches, billig zu erwerbendes Stück Sicherheit. Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Unfallursache Nummer eins bei Kradunfällen ist übersehen werden. Entsprechend wichtig ist es darum, dass Beleuchtung und Reflektoren des Rollers in gutem Zustand sind und einwandfrei funktionieren. Außerdem sollte wenigstens bei Fahrten in der Dunkelheit eine Warnweste getragen werden!



Ich weiß, ich starte diesen Aufruf jedes Jahr um diese Zeit, aber es ist mir ein echtes Anliegen und dient der Sicherheit aller. Rollerfahren kann auch in Herbst und Winter viel Spaß machen, birgt dann aber zusätzliche Risiken, einige davon sind leicht zu beheben oder wenigstens abzumildern. Also denkt dran: gesehen werden ist nicht nur an Halloween eine gute Sache und die  Friedhöfe bieten schon genug Gelegenheit den Toten an Allerheiligen zu gedenken, Blumen machen einem Lebenden mehr Freude als einem Toten. 
In diesem Sinne: euch allen eine gute und sichere Fahrt! Passt auf euch auf und kommt sicher nach Hause. 


Sonntag, 25. Oktober 2015

6. Oldtimertreffen der Opelfreunde Saal an der Donau

Bereits zum 6. Mal fand dieses Jahr das Oldtimertreffen im Rahmen des Saaler Herbstmarktes statt. Veranstaltet von den Opelfreunden Saal an der Donau, markierte es auch dieses Jahr den Abschluss der Oldtimersaison hier in der Region.
Trotz des späten Termins waren, wohl nicht zuletzt dank des einigermaßen guten Wetters und der relativ milden Temperaturen, viele historische PKW angereist. Das saaler Treffen ist ja leider nur für PKW bis 1985 ausgeschrieben, Kräder und Landmaschinen waren darum nicht zu sehen.

Veranstalter des Treffens ist ein Opelclub, entsprechend hoch war der Anteil von Fahrzeugen der rüsselsheimer Marke. 
Aber auch der kleine Fiat erfreute die Besucher, gerade im Kontrast zu seinem riesigen Altersgenossen aus den USA. 
Zu den selten zu sehenden Oldtimern zählt der Toyota Carina, dieses besonders schöne Exemplar war in Saal zu bewundern. 
Ähnlich selten, aber bekannter ist der Maserati Biturbo aus den 80ern. Damals wie heute ein Symbol für den Neuaufbruch der Marke mit dem Dreizack. 
Opel E-Kadett sind selten geworden, die meisten haben der Rost und jugendliche Letztbesitzer von der Straße entfernt. Dieses überlebende Exemplar erfreute die Youngtimerfans in Saal. 
An diesem aus dem Landkreis Cham angereisten B-Kadett schieden sich die Geister. Er ist jedoch zweifellos eine gut gemachte "Naturratte".
Das Ford "Flugelmonster" Sierra XR4i ist dann doch deutlich symphatischer. Ehemals als peinliche Prollkarre verschrien ist er heute ein gerne gesehener, skuriler Gast auf dem Oldtimertreffen. Damals wie heute sticht er aus der Masse heraus.
Wie immer können die Bilder natürlich nur einen sehr knappen Überblick geben. Insgesamt war es ein sehr gelungenes Oldtimertreffen, bei dem alle Beteiligten, Teilnehmer wie Zuschauer, ihren Spaß hatten. Auch wenn es den versprochenen Begrüßungsgutschein nicht gab, bin ich im kommenden Jahr sicher wieder mit dabei. 



 






Samstag, 24. Oktober 2015

Klingonenkreuzer: Bestandsaufnahme

Auf der Suche nach dem Grund für das schlechte Anspringen nach längeren Standzeiten, habe ich heute Abend den Klingonenkreuzer weiter zerlegt und untersucht.
Zunächsteinmal mussten Luftfilter und Vergaser ihren angestammten Platz verlassen. Dabei sind mir direkt zwei Probleme aufgefallen, die typisch für Minarellimotoren sind.
Zum Einen ist der Schlauch vom Luftfilterkasten zum Vergaser völlig verhärtet und brüchig, was dem Motor natürlich nicht dabei hilft seine Arbeit richtig zu machen, zum Anderen tropfte schwarzer Siff aus dem Luftfilter.
Die Luftfilterkästen der liegenden Minarellis habe keine Dainage, entsprechend sammelt sich der, beim Zweitakter unvermeidliche, Blowback im Gehäuse und verklebt mit der Zeit den Luftfilter. Da ich den Neos in den letzten zwei Jahren fast nur im Stadtverkehr bewegt habe, sieht es entsprechend übel aus. Einmal gründlich reinigen und einen neuen Einsatz einbauen ist hier also angebracht. Den verhärteten Schlauch erneuere ich sowieso.
Starker Blowback kann aber auch von einer verschlissenen Einlassmembrane kommen, darum habe ich diese ebenfalls ausgebaut, gereinigt und geprüft. Hier ist jedoch alles in Ordnung. Ein Defekt an dieser Stelle hätte mich ehrlich gesagt auch Überrascht, denn die Membranen wurden von mir zuletzt 2013 erneuert und ich bin seither gerade mal zweitausend Kilometer mit dem Roller gefahren. Die Zeiten des gnadenlosen Kilometerfressens sind für diesen Roller ja bekanntlich vorbei. Membranen und Ansaugstutzen konnten also, mit einer neuen Dichtung, wieder an ihren Platz zurück. 
Den, ohne besonderen Befund, gereinigten Vergaser habe ich dann ebenso wieder eingebaut wie den erfolgreich geprüften und für gut befundenen Choke. Der völlig versiffte Luftfilter in Kombination mit dem kaputten Ansaugschlauch dürfte also wirklich der Grund sein, warum der Roller so schlecht anspringt. 

Nachdem der Vergaser wieder an seinem Platz war, habe ich den Motor gestartet. Dies aus zwei Gründen: zum Einen ist es nur bei laufendem Motor möglich, zu messen ob Strom am Anschluss für den Choke anliegt, zum Anderen wollte ich so eine Theorie prüfen. Den Neos kann man nämlich schon seit etlichen Jahren nicht mehr ankicken, denn der Kickstarter rutscht durch. Ursache dafür ist m.E. ein verschlissener Mechanismus im Deckel, da ich zur Zeit einen zweiten Roller mit Minarellimotor in der Werkstatt stehen habe konnte ich heute einen anderen Deckel testen. Siehe da: der Kickstarter funktioniert! 
 
Es ist also an der Zeit den Deckel zu überholen. Wie im Bild zu sehen, ist die Kronenscheibe des Mitnehmers völlig hinüber.

Die Kickstarterwelle im Deckel ist jedoch ebenfalls nicht mehr wirklich schön. Das sinnvollste ist vermutlich den kompletten Variodeckel durch ein gutes Gebrauchtteil zu ersetzen. Hier werde ich wohl den Winter über mal die Augen offen halten.


Mittwoch, 21. Oktober 2015

Klingonenkreuzer: Halt gefunden

Wie berichtet musste ich beim Neos die untere Gepäckträgeraufnahme restaurieren. Da beim derzeitgen Wetter die Farbe länger zum trocknen braucht, habe ich das Ergebnis dieser Arbeit bisher stehen gelassen und erst heute den Träger zur Probe montiert.


Ich gebe zu, dass ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden bin. Das sollte wieder einige Jahre halten und dafür sorgen, dass der Gepäckträger seine Aufgabe zuverlässig erfüllt. Gegen den Rost habe ich den Ausleger dieses Mal mit Permafilm eingepinselt, hoffentlich hält das die braune Pest wirksamer fern als das alte Rostschutzmittel. Insgesammt ist der Roller ja vom Rost her sehr gut beinander, den Rahmen regelmäßig zu fetten scheint also wirksam zu sein.

Jetzt kann ich mich dann auf die eigentlich geplanten Winterarbeiten stürzen, insbesondere das schlechte Anspringen des Rollers muss beseitigt werden.

Montag, 19. Oktober 2015

Luigi: tief durchatmen

Der problematischste Schaden durch den Unfall letzte Woche war der am Luftfilterkasten. Ohne die Haltenasen, die alle abgerissen waren, lag dieser nur lose im Motorraum. Hier lauterte natürlich das Potential für einen richtig fiesen Motorschaden, also musste was geschehen, denn ich brauche die Ape ja nahezu täglich.



Die einfachste Lösung wäre natürlich ein neuer Luftfilterkasten gewesen, aber das scheidet aus dem simplen Grund aus, dass dieser derzeit nirgendwo lieferbar ist. Es blieb mir also nichts anderes übrig als den alten Kasten nochmal zu reanimieren.
Am einfachsten war dies an der Hauptbefestigung, diese konnte ich durch eine simple Konstruktion aus zwei Blechen ersetzen.
An dieser Stelle ruhr das Hauptgewicht des Kastens. Allerdings wird auch die hintere Befestigung benötigt, denn sie verhindert das sich der Kasten durch sein eigenes Gewicht abhebelt. Glücklicherweise befindet sich diese Aufnahme in einem Bereich des Luftfilters, in dem sich nur "dreckige" Luft befindet, also kann man relativ bedenkenlos bohren um eine Schraube durchzustecken. 
Diese Schraube liefert die notwendige Stabilität und falls sich die Mutter (trotz endfester Schraubensicherung) lockern sollte, wird sie vom Motor nicht angesaugt sondern landet einfach nur im Luftfilter. Zur Abdichtung und weiteren Stabilisierung kamen dann Dichtmasse und Heißkleber zum Einsatz. 
Der Luftfilter ist jetzt wieder an seinem Platz und ordentlich befestigt. Die Ape somit wieder fahrbereit und betriebssicher.




Old Blue: sich einfach mal nur freuen

Schrauben ist ein schönes Hobby, aber es kann auch tierisch nerven wenn mal wieder alles schlimmer ist als erwartet. Entsprechend schön ist es, wenn man mal bei einer Schrauberaktion keinen unerwarteten Horror findet. 

Die Winterreifen mussten langsam dringend aufs Auto, immerhin wird das Wetter von Tag zu Tag nasser und kälter. Wenn man dann auch noch die Chance hat eine Hebebühne zu benutzen, geht die Arbeit natürlich viel leichter. 
Außerdem bietet so eine Hebebühne die Gelegenheit, das Auto mal von unten gründlich zu inspizieren. Wenn sich der Unterboden in so gutem Zustand befindet wie bei meinem Golf, dann ist das auch ein Grund zur Freude.
Außer einer frischen Schicht Permafilm gegen den Rost war hier nichts zu tun, sehr gut! Aber gefunden habe ich dann natürlich trotzdem noch was: die vorderen Domlager sind hinüber, hier wartet also doch noch Arbeit auf mich.


Freitag, 16. Oktober 2015

Luigi: Angriff von hinten

Es gibt Tage, da sollte man besser zu Hause im Bett bleiben und hoffen, dass das Haus nicht über einem zusammenstürzt. Ein solcher Tag war zweifellos der Dienstag dieser Woche, denn es ging an ihm so ziemlich alles schief was ich angefasst habe. Wirklich mies wurde es dann aber erst am Abend auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. 
Man fährts nichtsahnend, aufgrund des Verkehrsgeschehens sehr langsam, dahin und plötzlich *WAMM* knallt einem der Fahrer eines jener neumodischen Fahrzeuge, die eher an eine Videospielkonsole als an ein Auto erinnern, ins Heck. Unfallursache ist auch hier wohl mal wieder die beständige Ablenkung durch neumodischen Schnickschnack wie Handy und Navi. Genau darum haben manche solche Karren ja eine Funktion für automatische Notbremsungen, bei solchen Straßenverkehrsblindgängern sicher keine schlechte Sache.

Immerhin zeigte sich bei dieser Gelegenheit mal wieder die enorme Stabilität italienischer Fahrzeuge. Speziell die Ape straft ja das Vorurteil von der südländischen Klapperkiste immer wieder Lügen.
Insgesamt ist der Schaden tatsächlich relativ gering. Ein krummes Nummernschild, ein völlig verbogener Rücklichtträger und zwei zerschlagene Rücklichter sowie ein total zertrümmerter Luftfilterkasten sind die unmittelbar sichtbaren Resultate dieser unerfreulichen Begegnung. Außerdem müssen die Motorlager noch sehr genau geprüft werden, denn es sieht so aus als seien sie in Mittleidenschaft gezogen worden. Wie überfordert der Unfallverursacher mit der Teilnahme am Straßenverkehr ist, zeigte sich dann an der Tatsache, dass er zum Abschied noch mein Warndreieck überfuhr. 
Immerhin ist die Ape noch fahrbereit, wenn auch aufgrund des Schadens an den Rücklichtern nur sehr bedingt verkehrssicher. Außerdem ist der beschädigte Luftfilter ein potentielles Risiko für einen Motorschaden durch Abmagerung. Eine baldige Reparatur ist unabdingbar, aber ich habe leider zur Zeit sehr wenig Zeit. Wenigstens ist das Schadensgutachten schon erstellt und die Unterlagen auf dem Weg zur Versicherung. Es bleibt nur zu hoffen, dass hier kein weiterer Ärger droht, denn noch mehr zusätzliche Arbeit kann ich zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht brauchen.


Sonntag, 11. Oktober 2015

Tipps zum einmotten eines Rollers über längere Zeit (Einwintern)

Da es ja heute "Thema des Tages" war, ist mir aufgefallen, dass meine alte Anleitung zu diesem Thema schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist. Sie enthält einige Fehler und ist daher dringend überarbeitungswürdig. Darum hier nochmal neu und in der modernen Form, für den Blog aufbereitet. 

Speedgurus Tipps zum richtigen einwintern eines Rollers

Alle Jahre wieder kommt die Zeit, in der es kalt, nass und ungemütlich wird. Zu dieser Zeit teilen sich Kradfahrer jedes Jahr in zwei Gruppen. Die Angehörigen der einen Gruppe kramen nach Hohlraumfett, Winterreifen, Schneeketten, dicken Überhosen und Jacken sowie Halswärmern, die der anderen schieben ihren Hobel in die Garage und hoffen das der Spuk bald wieder vorbei sein möge. 
Beide Gruppen haben mit ihrer Methode gleich recht, es gibt jedoch beim Einlagern des Fahrzeugs für die kalte Jahreszeit einige hilfreiche Kniffe aus der Praxis, die dabei helfen, dass der Start in die neue Saison reibungslos über die Bühne geht.
Grundsätzlich sei auch angemerkt, dass der Winter die beste Zeit ist um bekannte Probleme abzustellen, Reparaturen und Verbesserungen durchzuführen und das Fahrzeug zu warten. Selbstschrauber haben so mehr Ruhe und in den Motorradwerkstätten kehrt im Winter traditionell auch etwas Ruhe ein, wodurch es oft so ist das "Winterwartungen" gründlicher und manchmal auch billiger ausgeführt werden als im Sommer. 

Doch was ist wenn der Roller den Sommer über problemlos lief und die Inspektion noch nicht fällig ist? Dann kann man ihn doch einfach in die Garage stellen, oder? Klar kann man, aber dann darf man sich auch nicht wundern, wenn er im Frühjahr bockt.
Darum sollte man das Fahrzeug vor dem Abstellen ein letztes Mal gründlich warmfahren und wenn nötig waschen. Auf dem Rückweg besucht man dann noch die Tankstelle und  tankt den Roller voll und erhöht den Reifendruck um etwa ein halbes Bar über den Normaldruck. Grund hierfür ist, dass ein voller Tank nicht so leicht rostet und sich Treibstoff unter weniger Sauerstoff auch langsamer zersetzt. Der überpumpte Reifen ist robuster gegen Standplatten. 





Bei Fahrzeugen mit manuellem Benzinhahn empfiehlt sich zudem, den Hahn bei laufendem Motor zu schließen und den Motor solange weiterlaufen zu lassen, bis der Treibstoff in Vergaser und Benzinleitung komplett verbraucht ist. Somit ist das Risiko, dass sich der Vergaser über den Winter zusetzt deutlich geringer. 

Bei modernen Fahrzeugen mit automatischem Hahn kann hierzu die Unterdruckleitung abgezogen oder mit einer Klammer blockiert werden.


Jetzt sollte die Zündkerze herausgenommen und etwas Öl durch die Kerzenbohrung in den Zylinder gespritzt werden. Dies reduziert das Risiko, dass sich die Kolbenringe verkleben oder gar der Kolben im Zylinder festrostet. 

Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, eine neue Zündkerze zu montieren und im Frühjahr mit einer Sorge weniger in die Saison starten zu können.




Zum Abdecken des Fahrzeugs sollte nebenbei keine Plastikplane verwendet werden, darunter kann sich Feuchtigkeit stauen und es rostet. In der Garage ist ein altes Bettlaken die ideale Abdeckung, im freien eine Hochwertige, atmungsaktive Plane.


Klingonenkreuzer: Rahmenkrebs im Endstadium

X30 und PK können dieses Jahr ohne viel Federlesen einfach eingemottet werden (siehe hierzu auch meine Tipps zum Einwintern). Mehr Arbeit steht allerdings beim Klingonenkreuzer an. Dieser hat im zurückliegenden Jahr auch nicht so extrem viele Kilometer gesehen, gerade einmal knapp 2.000km bin ich gefahren, was aber normal ist. Schließlich ist der Roller ja "in Rente". Allerdings gibt es auch einige kleinere Probleme mit dem Fahrzeug. 

Wenn der Roller kalt ist springt er nur extrem unwillig an. Ursache dafür ist vermutlich eine defekte Startautomatik. Hier wird im Winter ein Neuteil einziehen, ebenso ist der Luftfilterkasten in so schlechtem Zustand, dass ich ihn ersetzen werde. Zusammen mit der anstehenden großen Inspektion gibt es also einiges zu erledigen. Darum habe ich den Roller heute, nach einer abschließenden Probefahrt, im Heckbereich zerlegt. 
Neben den mechanischen Problemen, die mir ja bekannt waren, gab es dabei leider noch eine unliebsame Überraschung: die untere Gepäckträgeraufnahme am Rahmenheck ist dem Rostfraß zum Opfer gefallen. Dies ist ein klassiches Problem beim Neo`s, der in diesem Bereich stark zum rosten neigt, allerdings ist meiner davon bisher verschont geblieben. 
Die einzig sinnvolle Lösung dafür ist das faulige Material zu entfernen und ein neues Stahlstück einzuschweißen. An dieser Stelle, die nicht zur tragenden Struktur des Rahmens gehört, ist dies glücklicherweise möglich. Viel Arbeit ist es dennoch, denn natürlich muss der Tank aus Sicherheitsgründen entfernt werden, was beim Neo`s erst möglich ist nachdem die Quertraverse mit dem Sitzbankschloss abgebaut wurde.
Danach konnte ich aber ein Stück Flacheisen einsetzen und ein neues Gewindeloch für den Gepäckträger anbringen. Zugegeben: sehr schön ist die Reparatur nicht geworden, aber sie ist haltbar und im Zusammengebauten Zustand sieht man ohnehin nichts davon. 
Jetzt muss erstmal die Farbe trocknen, dann kann ich mich um die eigentlichen Probleme des Rollers kümmern.






Gute Nacht!

Grundsätzlich bin ich eher als Kilometerfresser bekannt, allerdings befinden sich auch in meiner Sammlung Fahrzeuge, mit denen nur selten und vorsichtig gefahren wird. Dies sind meine Puch X30 und die PK50, bekannt als "Pornoyacht". Traditionell sind diese beiden die ersten Fahrzeuge die ich einwintere und heute, immerhin ist ja schon der 11. Oktober, war es wieder soweit. Es ist also an der Zeit für einen kleinen Jahresrückblick der Tachostände.

König der geringen Laufleistung ist auch in diesem Jahr wieder die X30, geradeeinmal 64km kamen bei diverse Oldtimertreffen zusammen. Immerhin sind dies 64km mehr als im Jahr 2014, das die kleine Östereicherin komplett in der Garage verschlafen hat. 


Wirklich viel Strecke kam mit der PK dieses Jahr aber auch nicht zusammen. Hier ist dies allerdings vor allem der langen Pause wegen des defekten Ansaugstutzens geschuldet. Knapp 600km sind doch extrem mager für einen grundsätzlich voll alltagstauglichen Roller. 2016 werden es garantiert mehr! Allerdings hat die große Panne auch den Vorteil, dass bedingt durch die umfangreiche Reparatur die Wartungsarbeiten im Winter auf ein Minimum beschränkt werden können. 



Freitag, 9. Oktober 2015

Zweitaktfreunde: neue Stammtischtermine und Änderung bei den Treffpunkten

Die neuen Termine für den Stammtisch im Jahr 2016 stehen ab sofort bereit. Sie können wie gewohnt auf der Zweitaktfreunde-Subseite des Blogs abgerufen werden.



Wichtig ist vor allem, dass die Treffpunkte in Eichstätt und Schwabach ab Januar gestrichen werden, der Stammtisch findet ab nächstem Jahr nur noch im Wechsel zwischen Dasing und Regensburg statt. Dafür wird es 2016 wieder ein Saisonauftakttreffen mit Ausfahrt geben. Dieses ist für den 1. Mai geplant. Das Programm für dieses Treffen wird rechtzeitig hier veröffentlicht.
Die beiden letzten Stammtische in diesem Jahr, am 08. November in Eichstätt und am 06. Dezember in Schwabach sind von den Änderungen nicht betroffen, sie finden wie geplant statt.


Monsieur Ferraille: ein kleines Rätsel

Die anhaltenden Elektrikprobleme mit dem Peugeot, die ja unter anderem auch dazu geführ haben das Bianca zweimal damit liegengeblieben ist, konnte ich zwischenzeitlich eingrenzen. Ursache ist einfach ein defekter Laderegler, weshalb die Batterie während der Fahrt leergesaugt wird. Glücklicherweise hatte ich in meinem Fundus noch einen passenden Regler, den ich heute direkt eingebaut habe.

Der neue Regler stammt zwar nicht aus einem Zenith sondern ist ein Chinarollerbrocken der aus einer Schlachtung übrig war, aber immerhin lädt jetzt die Batterie wieder. Erfolgreiche Reparatur ohne Kosten, so mag ich das. 
Im Zuge der Arbeiten bin ich dann noch auf ein kleines Rätsel gestoßen. Unter der rechten Seitenverkleidung, direkt neben der CDI, fand sich dieses Bauteil:
Das gelbe Kabel war nicht angeschlossen, das rote ging an die Batterie, das blaue an den CDI-Steuerkreis und das grüne verschwand mit unbekanntem Ziel im Kabelbaumhauptstrang. Ich hatte ja schon einige Zenith, aber das Teil kenne ich nicht. Möglicherweise ein alter Drehzahlbegrenzer?
Da das Gehäuse angekokelt ist habe ich das Teil entfernt, ohne sicht- oder spürbare Auswirkungen auf den Roller. Hat jemand eine Ahnung was das für ein Ding ist?