Sonntag, 11. Oktober 2015

Tipps zum einmotten eines Rollers über längere Zeit (Einwintern)

Da es ja heute "Thema des Tages" war, ist mir aufgefallen, dass meine alte Anleitung zu diesem Thema schon ein bisschen in die Jahre gekommen ist. Sie enthält einige Fehler und ist daher dringend überarbeitungswürdig. Darum hier nochmal neu und in der modernen Form, für den Blog aufbereitet. 

Speedgurus Tipps zum richtigen einwintern eines Rollers

Alle Jahre wieder kommt die Zeit, in der es kalt, nass und ungemütlich wird. Zu dieser Zeit teilen sich Kradfahrer jedes Jahr in zwei Gruppen. Die Angehörigen der einen Gruppe kramen nach Hohlraumfett, Winterreifen, Schneeketten, dicken Überhosen und Jacken sowie Halswärmern, die der anderen schieben ihren Hobel in die Garage und hoffen das der Spuk bald wieder vorbei sein möge. 
Beide Gruppen haben mit ihrer Methode gleich recht, es gibt jedoch beim Einlagern des Fahrzeugs für die kalte Jahreszeit einige hilfreiche Kniffe aus der Praxis, die dabei helfen, dass der Start in die neue Saison reibungslos über die Bühne geht.
Grundsätzlich sei auch angemerkt, dass der Winter die beste Zeit ist um bekannte Probleme abzustellen, Reparaturen und Verbesserungen durchzuführen und das Fahrzeug zu warten. Selbstschrauber haben so mehr Ruhe und in den Motorradwerkstätten kehrt im Winter traditionell auch etwas Ruhe ein, wodurch es oft so ist das "Winterwartungen" gründlicher und manchmal auch billiger ausgeführt werden als im Sommer. 

Doch was ist wenn der Roller den Sommer über problemlos lief und die Inspektion noch nicht fällig ist? Dann kann man ihn doch einfach in die Garage stellen, oder? Klar kann man, aber dann darf man sich auch nicht wundern, wenn er im Frühjahr bockt.
Darum sollte man das Fahrzeug vor dem Abstellen ein letztes Mal gründlich warmfahren und wenn nötig waschen. Auf dem Rückweg besucht man dann noch die Tankstelle und  tankt den Roller voll und erhöht den Reifendruck um etwa ein halbes Bar über den Normaldruck. Grund hierfür ist, dass ein voller Tank nicht so leicht rostet und sich Treibstoff unter weniger Sauerstoff auch langsamer zersetzt. Der überpumpte Reifen ist robuster gegen Standplatten. 





Bei Fahrzeugen mit manuellem Benzinhahn empfiehlt sich zudem, den Hahn bei laufendem Motor zu schließen und den Motor solange weiterlaufen zu lassen, bis der Treibstoff in Vergaser und Benzinleitung komplett verbraucht ist. Somit ist das Risiko, dass sich der Vergaser über den Winter zusetzt deutlich geringer. 

Bei modernen Fahrzeugen mit automatischem Hahn kann hierzu die Unterdruckleitung abgezogen oder mit einer Klammer blockiert werden.


Jetzt sollte die Zündkerze herausgenommen und etwas Öl durch die Kerzenbohrung in den Zylinder gespritzt werden. Dies reduziert das Risiko, dass sich die Kolbenringe verkleben oder gar der Kolben im Zylinder festrostet. 

Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, eine neue Zündkerze zu montieren und im Frühjahr mit einer Sorge weniger in die Saison starten zu können.




Zum Abdecken des Fahrzeugs sollte nebenbei keine Plastikplane verwendet werden, darunter kann sich Feuchtigkeit stauen und es rostet. In der Garage ist ein altes Bettlaken die ideale Abdeckung, im freien eine Hochwertige, atmungsaktive Plane.


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