Montag, 27. Juni 2016

Schneller Reiter: auf großem Fuße

Der Schnelle Reiter soll bekanntlich mein nächster Winterroller werden. Darum braucht er natürlich passende Reifen, zum einen weil Winterreifenpflicht herrscht und zum anderen weil die vorhandenen Rundlinge völlig überaltert und abgefahren waren. Glücklicherweise hatte ich ja noch die Reifen vom Zenith herumliegen, diesem hatte ich im letzten Herbst zwei nagelneue Continental-Winterreifen spendiert, die teuerste Investition in dieses Fahrzeug, die den Wert des  Rollers um ein Vielfaches überstieg. Diese Reifen habe ich zwischenzeitlich auf die Felgen des Zip aufziehen lassen.

Es gibt bei dieser Form der Wiederverwendung von vorhandenen Teilen jedoch ein kleines Problem: Der Zip rollte original auf Reifen der Dimension 90/90-10, der Zenith hat jedoch 100/90-10. Zwar ist diese Größe auch für den Zip zugelassen, doch die Roller die mit 90er-Reifen ausgeliefert wurden können nicht ohne weiteres mit 100ern gefahren werden. 
Bei der Montage des Hinterrad zeigt sich dann auch der Grund dafür. Das Rad passt nur ohne den Motorspritzschutz in die Schwinge. Für den 100er-Reifen gäbe es eigentlich einen anderen Innenkotflügel, doch diesen hatte ich leider nicht auf Lager. 
Allerdings ist dies nicht so schlimm, denn der Spritzschutz nervt eigentlich eh nur. Wie schon bei der Sfera, habe ich ihn deshalb auch beim Zip radikal gekürzt. 
Das "Feigenblatt" verhindert immernoch zuverlässig, dass der Vergaser im Dreck ersäuft, lässt gleichzeitig aber auch genug Platz für den großen Reifen.

Die Aktion habe ich dann gleich noch  genutzt um das Getriebeöl zu wechseln und die Einstellvorrichtung der Hinterradbremse gangbar zu machen. Diese war, wie so oft bei alten Rollern, völlig verrottet. Wann lernen die Leute endlich, dass diese Teile regelmäßig abgeschmiert werden müssen?
 

Die abschließende Probefahrt auf dem privaten Feldweg hinter der Werkstatt verlief dann jedenfalls zu meiner vollsten Zufriedenheit. Die etwas größeren Räder lassen dem Zip etwas mehr Bodenfreiheit, was seinem Kurvenverhalten zu gute kommt. 

Typisch für Zip 50 ist die hervorragende Beschleunigung. Der Bock macht echt Spaß.
 
 





Sonntag, 26. Juni 2016

Bravo: Tooltime

Die Restaurierung seltener Oldtimer erfordert bisweilen die eine oder andere Sonderlösung. Mein Bravo macht hier keine Ausnahme, denn um das eierige Hinterrad richten zu können muss es mein "Rädermann" auf Rundlauf prüfen können, was aber mit einem üblichen Wuchtbock nicht geht, denn eine Radachse im eigentlichen Sinne hat das Bravohinterrad nicht. Hier muss also eine passende Speziallösung her.

Ausserdem musste ich noch die restlichen Reinigungsarbeiten ausführen, darum habe ich zunächst das komplette Heckteil des Fahrzeugs zerlegt. 
Hierbei wurde wieder der sehr gute Zustand der Maschine deutlich, denn alles lies sich leicht lösen und es traten keine Bastelsünden des Vorbesitzers zu  Tage. 
Für das Hinterrad entstand dann eine einfache Wuchtvorrichtung aus einem zurechtgeflexten und gebohrten Stück Vierkantrohr. Ich hoffe jetzt nur, dass dies meinem "Rädermenschen" hilft, ansonsten muss doch das komplette Moped zu ihm bringen.

So oder so ging es dann erstmal mit den Federbeinen weiter. Diese sind in gebrauchtem, aber sehr gutem Zustand und benötigten lediglich eine gründliche Reinigung.

Die verchromten Streben am Gepäckträger sind leider ziemlich stark patiniert, was aber zum Fahrzeug passt. Darum habe ich sie nur poliert und mit einer Klarlackschicht als Schutz überzogen. Danach konnten sie wieder ans Fahrzeug zurück.

Das Kunststoffteil des Gepäckträgers ist in gutem Zustand und konnte einfach wieder angebaut werden.
Hätte ich ein intaktes Hinterrad, dann könnte ich die Bravo jetzt zusammenbauen und damit fahren. Die zeitige Fertigstellung des Fahrzeugs scheitert derzeit also lediglich am Pfuch den Reifenhändlers. Ein umstand der es umso sicherer macht, dass diese Sache für ihn ein Nachspiel haben wird. 





Samstag, 25. Juni 2016

Tour: Nachmittagstour zum Römerturm bei Hienheim

Das römische Reich ist bis heute eine der faszinierendsten Mächte, die sich jemals aus dem Dunkel der Geschichte erhoben haben. Das von genialen Kriegsherren und gottgleichen Herrschern geformte Imperium beeinflusste die Gestalt Europas so nachhaltig, dass seine Auswirkungen auch zweitausend Jahre später noch überall spürbar sind. Zu den besonders spannenden Bauwerken, die aus dieser Epoch erhalten sind, zählt der Limes. Die ehemalige Grenzmauer zwischen dem römischen Reich und den "Barbaren" des Nordens. 

Gesichert wurde dieses mächtige Bollwerk von Wachtürmen, die sich in kurzen Abständen befanden. Zwischen den ständig besetzten Türmen bestand sichtverbindung, somit war es möglich im Falle eines Angriffs schnell Verstärkungstruppen hinzu zu ziehen.

In der Nähe des Ortes Hienheim im Landkreis Kelheim wurde ein solcher Turm, unweit seines Originalstandorts, in stilisierter Form nachgebaut. Der moderne Turm dient als Aussichtsplattform und Informationsort rund um die römischen Grenztruppen. Ein schönes Ziel, für eine kleine Ausfahrt am Nachmittag.

Von Regensburg aus führt die Strecke zunächst entlang der Donau nach Kelheim und von dort durch den Hienheimer Forst nach Hienheim. Kurz vor der Ortschaft kreuzt die moderne Straße den verlauf des römischen Limes. Ein kurzes Stück abseits der Straße befindet sich der Römerturm.
Von der Aussichtsplattform des Turms aus bietet sich ein weiter Blick über das umliegende Land und den Ort Hienheim. Der weitere Verlauf der Runde führt über Hienheim nach Neustadt an der Donau und weiter über Abensberg zurück nach Kelheim. Das Kloster Weltenburg lädt unterwegs noch zu einer Rast ein.
Für meinen Roten Baron war dann auch noch ein rundes Jubiläum zu vermelden. Exakt 30.000km standen zwischen Weltenburg und Kelheim auf der Uhr.

Position des Römerturms bei Google-Maps:
https://www.google.de/maps/place/R%C3%B6merturm/@48.8784555,11.7712138,15z/data=!4m5!3m4!1s0x0:0x2ff018a5ed357868!8m2!3d48.8835539!4d11.7736906

Komplette Tour bei Google-Maps:
https://www.google.de/maps/dir/Regensburg/Bad+Abbach/Kelheim/Hienheim/Neustadt+an+der+Donau/Abensberg/Saal+an+der+Donau/Kelheim/Regensburg/@48.9029725,11.7795012,11z/data=!3m1!4b1!4m58!4m57!1m5!1m1!1s0x479fc121a4676721:0xa193050dd13cb73c!2m2!1d12.101631!2d49.0134074!1m5!1m1!1s0x479fc6398e024cff:0x41d25a40937be70!2m2!1d12.0462593!2d48.9373377!1m5!1m1!1s0x479fb0aa71c1e4c9:0x536bf95ce202986b!2m2!1d11.886563!2d48.9184118!1m5!1m1!1s0x479fb1ea6c142473:0xa1d25a6760dbf00!2m2!1d11.7666727!2d48.8643181!1m5!1m1!1s0x479fb23c26051a5b:0x41d25a40937bf10!2m2!1d11.7670734!2d48.8030062!1m5!1m1!1s0x479fb40d3d229bbf:0xc6ce6d84670f4259!2m2!1d11.8507867!2d48.8177181!1m5!1m1!1s0x479fb64bac322ae9:0x41d25a40937bf60!2m2!1d11.9176421!2d48.8594759!1m5!1m1!1s0x479fb0aa71c1e4c9:0x536bf95ce202986b!2m2!1d11.886563!2d48.9184118!1m5!1m1!1s0x479fc121a4676721:0xa193050dd13cb73c!2m2!1d12.101631!2d49.0134074!2m1!1b1!3e0



Freitag, 24. Juni 2016

Puchal: standfest!

Zu den Problemen der X30, die im normalen Gebrauch als Schönwetteroldtimer nicht stören, gehört der Hauptständer. Da das Originalteil rettungslos vergammelt war und keine neuen, originalen Hauptständer mehr zu bekommen sind, ist hier ein billiges Nachbauteil montiert.

Der Ständer hatte sich bereits beim ersten Gebrauch verformt, der Knick in der Querstrecke gehört eigentlich nicht rein.
Grundsätzlich tut dieses Problem der Funktion keinen Abbruch, aber die Ständerbasis ist dadurch schmaler geworden. So schmal, dass das Mofa zum umkippen neigt. Auf Tour kann ich das nicht gebrauchen, also habe ich den Ständer wieder in seine normale Form zurückgebogen.
Wieder in normaler Breite, konnte ich ein anderes Problem angehen. Der Ständer ist eigentlich für die Maxi bestimmt, diese hat jedoch weniger Bodenfreiheit und darum ist die Bauhöhe bei der X30 zu gering. Hier habe ich eine grobe Lösung gefunden, die nach der Tour entweder wieder demontiert oder verfeinert wird, jenachdem wie sie sich unterwegs bewährt hat. 
Mit den Vierkantrohrstücken unter den Füßen steht das Mofa jedenfalls viel sicherer als vorher.
Bleibt nur noch ein letztes Ärgerniss: die Tatsache, dass der Nachbauständer keine Aufnahme für einen Anschlaggummi hat. Bei der Maxi ist dieser unnötig, bei der X30 klappert die Stücke so aber am Auspuff.
Glücklicherweise neige ich nicht dazu, irgendetwas wegzuwerfen. So auch diese Teflonpilze, die seit Jahren in meiner Werkstatt herumliegen und zu nichts nütze waren. Wozu sie eigentlich bestimmt sind weiß ich nicht, als Anschlagpuffer für den Mofaständer sind sie jedenfalls ziemlich gut.
Mit etwas schwarzer Farbe sieht das fast aus, als gehöre es so.








Dienstag, 21. Juni 2016

Puchal: Magenverstimmung und Kopfschmerzen

"Irgendwas ist immer." Diese alte Schrauberweisheit bestätigt meine X30 derzeit aufs Deutlichste. Bei der letzten Probefahrt hatte sich ja gezeigt, dass der Benzinhahn undicht geworden ist. Eigentlich keine große Sache, weshalb ich ihn heute "mal eben schnell" wechseln wollte.
Der erste Schritt dazu ist natürlich die Demontage des Tanks.

Beim Blick in den Tank wäre mir dann aber fast das Herz stehen geblieben.

Beide Taschen des Tanks waren mit einer undefinierbaren, aber scheinbar porösen und mit Treibstoff vollgesogenem, Substanz gefüllt. Dazu kam ein brutaler Schwefelgestank aus dem Spritbehälter. Zu diesem Zeitpunkt war dann klar, dass aus "eben schnell nen neuen Benzinhahn dran machen" eine größere Baustelle geworden ist.
Zunächst habe ich dann, mit Gummihandschuhen und Atemschutz bewehrt, die seltsame, an verdreckstes Styropor erinnernde Substanz aus dem Tank entfernt. Die schiere Menge des Zeugs war dann schon erschreckend. 
Nachdem das grobe Zeug raus war, habe ich den Tank in bewährter Methodik mit kochender Seifenbrühe ausgewaschen und mit Heißluft getrocknet. Die Schutzbeschichtung ist bei diese Aktion leider mit abgegangen. 
Innerlich sieht der Tank jetzt wieder aus wie vor der Sanierung im Winter. Mein Verdacht ist ohnehin, dass die merkwürdige Masse im Tank irgendetwas mit der Versiegelung zu tun hat. Vermutlich sich das Produkt nicht mit dem Treibstoff vertragen. Eine entsprechende E-Mail an den Hersteller ist raus, mal sehen was die dazu sagen. 

Im Abschluss an die Tankreinigung habe ich das Mofa mit frischem Sprit betankt und bin etwas gefahren, es läuft jetzt unauffällig und ich konnte mich einer anderen Problemzone zuwenden. 
Das Dekoventil am Zylinderkopf "schnüffelt" schon seit längerer Zeit, weshalb der Kopf in diesem bereich immer verölt ist. Nicht nur ein kosmetisches, sondern auch ein leistungsmäßiges Problem, denn durch den Druckverlust wird natürlich auch die Motorkraft reduziert. Also runter mit dem Kopf. 


Nach Ausbau des Dekoventils war dann auch klar, dass der Fehler zwei Ursachen hat. Zum einen hatte sich die Dichtung des Ventils völlig aufgelöst und zum anderen war die Feder, die das Ventil zu hält hinüber. Neue Dekoventile sind leider nicht mehr zu bekommen, weshalb ich das entberliche Teil erstmal hintenan gestellt habe. Der ventillose Zylinderkopf einer Maxi passt auch auf den X30-Block. 
Eine abschließende Testfahrt zeigte dann, dass die X30 wieder mit voller Kraft läuft. Bleibt nur zu hoffen, dass mich der Tank nicht nochmal in die Waden beißt. Eine ausführlichere Probefahrt ist jedenfalls für das kommende Wochenende eingeplant. 








Sonntag, 19. Juni 2016

Fahrzeugportrait: Wulfhorst R7

Der Hersteller dieses Fahrzeugs, die Wulfhorst GmbH aus Gütersloh in Westfalen, ist seit 1915 als Hersteller von Dreiradfahrzeugen, zum überwiegenden Teil von dreirädrigen Fahrrädern zu Transportzwecken und für Menschen mit körperlicher Behinderung, aktiv. Das Modell R7 als motorisiertes Dreirad entstand als Umbau aus dem Peugeot SV50 bzw. Hercules SR50, genauer der Modellvariante mit Doppelschwinge und Scheibenbremse am Vorderrad. 

Der Wulfhorst-Umbau des SV50 wurde mit dem Namenszusatz "Monaco" vertrieben und stellt einen der interesantesten Dreiradroller für Menschen mit Behinderung dar.

Grundsätzliches zum Basisfahrzeug (Peugeot SV50):
Der Peugeot SV, der in Deutschland auch als Hercules SR bzw. Samba vertrieben wurde, ist ein klassischer Stadtroller mit 10-Zoll-Rädern. Neben dem, für Automatikroller untypischen, Vollschwingenfahrwerk, das jedoch den besser ausgestatteten Versionen vorbehalten war (einfachere SV hatten eine simple Telegabel) weist die Baureihe einige weitere Besonderheiten auf. Die auffälligste Eigenheit des SV ist der unter dem Trittbrett plazierte und durch eine Klappe im Beinraum zu befüllende, Treibstofftank. Diese Anordnung erlaubt ein ungewöhnlich großes und tiefes Helmfach. 
Insgesamt ist der SV sehr komfortbetont und auch als Tourenroller sehr brauchbar. Die hohe Qualität und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge macht sie bis heute beliebt, was sich in hohen Gebrauchtpreisen aber auch sehr guter Versorgung mit Ersatzteilen bemerkbar macht. 
Motor und Antrieb:
Der Motor des R7 ist die unverändert vom SV50 übernommene Treibsatzschwinge. Es handelt sich um einen luftgekühlten, Einzylinder-Zweitaktmotor mit Getrentschmierung und Variomatik. Der Hubraum beträgt 49ccm. 
Der Endantrieb des R7 erfolgt über eine Kette, die von einem Kettenritzel auf der Bremstrommel angetrieben wird. Die Übersetzung des Kettengetriebes beträgt 1:1.

Der Hinterachsträger ist eine Stahlkonstruktion, die unter die Treibsatzschwinge gesetzt ist. Auf der Hinterachse sitzt ein, von der Firma Peerless eigentlich für Gartentraktoren vorgesehenes, Differential. 
Fahrwerk und Bremsen:
Das Fahrwerk und die Bremsanlage des R7 entsprechen denen des SV50. Der Hilfsrahmen zur Aufnahme der Hinterachse wird rechts, neben dem Auspuff, durch ein zusätzliches Federbein geführt.
Der Hinterachskörper ist mit einem massiven Hilfsrahmen mit der Treibsatzschwinge verbunden und federt gemeinsam mit dieser. Die Einzelscheibenbremse vorne entspricht der des Basisfahrzeugs, hinten wurde jedoch eine Spezialbremstrommel mit Aufnahme für das Kettenrad auf der Abtriebsachse des Reduktionsgetriebes montiert. Dennoch entspricht die Hinterradbremse dem Serienzustand.
Weitere Unterschiede zum Basisfahrzeug:
Der R7 ist prinzipiell ein relativ milder Umbau, jedoch optisch sehr auffällig. Die breiten Verkleidungen über den Hinterrädern sind aus einem einzigen Stück Kunststoff geformt und auf die Originalverkleidung des SV50 aufgesetzt. 
Die Beleuchtunsanlage des SV50 wurde unverändert übernommen. Zwei rote Zusatzrückstahler machen am Heck die breitere Hinterachse kentlich. 
Straßenverkehrsrechtliche Einstufung:
Anders als die jüngere Baureihe R10  , ist der R7 nicht als dreirädriges Kleinkraftrad eingestuft, sondern gilt als Krankenfahrstuhl. Daher ist seine Höchstgeschwindigkeit auf 25km/h beschränkt. Dies stellt ebenfalls eine Besonderheit dar, denn zur Bauzeit des R7 hätte ein Krankenfahrstuhl 30km/h erreichen dürfen. Vermutlich wurde hier beim Umbau auf einen fertig erhältlichen Drosselsatz zur Mofaumrüstung des SV50 zurückgegriffen. 
Für Personen mit Behinderung stellt die Einstufung des Fahrzeugs als Krankenfahrstuhl einen erheblichen Vorteil dar. Denn mit ihr darf der R7 auch in Fußgängerzonen und auf Gehwegen gefahren werden (mit Schrittgeschwindigkeit). Sein Nutzwert als Mobilitätshilfe ist somit erheblich größer als der eines dreirädrigen KKR. 

Fazit:
Der Wulfhorst R7 ist ein faszinierender Sonderling. Als Versehrtenfahrzeug, das einen sehr hohen Neupreis hatte, ist er eine Nischenlösung für einen besonderen Kundenkreis mit speziellen Anforderungen. Die hohen Gebrauchtpreise tun ihr übrigens zur geringen Verbreitung der Fahrzeuge.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Project X: auf Tauchstation

Ich hatte ja bereits berichtet, dass bei meiner Sfera die Tankuhr seit dem Tachotausch nicht mehr funktioniert. Darum habe ich mich heute nochmal über den Roller hergemacht um den Fehler zu finden. 
Zunächsteinmal habe ich den Tankgeber, der ja der Hauptverdächtige war, ausgebaut und geprüft. Er funktionierte im ausgebauten Zustand hervorragend. 
Mit dem testweise angesteckten alten Tacho schlug die Tankuhr wieder bis zu "voll" Stellung aus. Allerdings nur solange ich den ausgebauten Geber von Hand betätigte.
Im eingebautem Zustand blieb die Nadel der Tankuhr auf "halb" stehen. Ein Problem das mir bekannt war, denn es trat beim alten Tacho ja schon vor dem Umbau auf. 
Die Erklärung für dieses Phänomen war denkbar einfach. Der Schwimmer des Tankgebers besteht aus zwei Hälften, die an ihrer Nahtstelle dazu neigen undicht zu werden. In meinen Schwimmer war gerade soviel Treibstoff eingesickert, dass es genügte um ihn nicht mehr als bis auf halbe Höhe aufsteigen zu lassen. 
In meinem Fundus hatte ich zum Glück noch einen Tankgeber mit defektem Potentiometer, aber gutem Schwimmer (weshalb ich das Teil überhaupt aufgehoben habe. Damit war dieses Problem gelöst. Das Problem ist bei Piaggiorollern dieser Zeit recht gängig. Aus den vier Tanks von Schlachtrollern (inkl. der Sfera von Peter) die ich rumliegen habe, war kein einziger Schwimmer brauchbar.  Lediglich der lose Geber mit defekter Elektrik (ein sehr seltener Defekt) war hier als Teileträger zu gebrauchen.
Die Tankuhr des neuen Tachos weigerte sich jedoch weiterhin mitzuspielen und verharrte stur auf "leer". 

Auch hier hatte ein klassisches Problem alter Piaggioroller zugeschlagen. Das Federwerk der Tankuhr ist bei diesen Instrumenten ab Werk mit einem leichten Fettfilm versehen. Dieses Fett kann mit der Zeit aushärten, was dazu führt, dass sich die Nadel nicht mehr bewegt. Eine Spülung mit Waffenöl und etwas frisches Fett beheben das Problem zuverlässig. So auch in diesem Fall.
Natürlich habe ich den Tacho wieder komplett zusammengesteckt und den Roller zusammengebaut. Jetzt wo alles, bis auf die elendige Cockpituhr, funktioniert besteht ja kein Grund mehr, ihn halb demontiert in der Werkstatt stehen zu lassen. 






Samstag, 11. Juni 2016

Project X: Tachotuning und Kampf dem Kupferwurm

Projekt X nervt mit einem kleinen Elektrikproblem: die Blinker gehen nicht. Das ist nicht nur ärgerlich und ein möglicher Grund für Ärger mit der Ordnungsmacht, es ist auch gefährlich, denn die meisten Kraftfahrer sind es heute nicht mehr gewöhnt, auf Handzeichen zu achten. Darum bin ich mit dem Roller zur Werkstatt gefahren um den Fehler zu suchen.
Bei älteren Piaggios fällt gerne mal der Regler aus, dann funktionieren die Blinker nicht mehr, denn der Blinkerstromkreis läuft über den Regler. Darum habe ich zunächst diesen geprüft und festgestellt, dass er in Ordnung ist. 
Letztendlich war die Lösung viel simpler, das Blinkerrelais und einer der Stecker gingen getrennte Wege. Den ausgelullerten Stecker habe ich ersetzt und schon gehen die Blinker wieder. So macht Schrauben richtig Spaß!

Vor allem lässt das Zeit, sich weiter mit der Verwertung von Teilen der Schlachtsfera zu befassen. Diesmal ging es um den Tacho und die Lenkerverkleidung. Letzte hatte ich bei meiner Sfera ja zerschnitten, um den SKR-Scheinwerfer montieren zu können. Ein Umbau der bekanntlich da Versuchsstadium nie verlassen hat. Die Spuren davon waren im Cockpit jedoch noch zu erkennen und die intakte Verkleidung des Schlachtrollers kam daher gerade recht. 
Der "Nadelstreifenlook" des Zweite-Serie Tachos gefiel mir außerdem auch nie so richtig. Darum habe ich gleich noch das dunkle Cockpit der ersten Serie übernommen.
Optisch eine echte Verbesserung und dass die Uhr nicht geht ist eh obligatorisch. Leider funktioniert die Tankuhr jetzt garnicht mehr. Beim alten Tacho schlug sie immerhin noch bis halb aus wenn der Tank voll war. Da ich nicht glaube, dass zwei Tachos den gleichen Fehler haben (Tankuhr defekt), ist wohl der Tankgeber hinüber. Diesen werde ich demnächst prüfen, diesmal war keine Zeit mehr für diesen Eingriff. 
Eine intakte Cockpituhr wäre außerdem auch noch ein nettes Gimick, denn eigentlich ist die kleine Digitaluhr ein nettes Feature. 

Die Jagt auf den Kupferwurm geht also bald weiter.