Samstag, 26. November 2016

Schneller Reiter: was nicht passt wird passend gemacht

Das Problem mit dem Frontträger führte zu einigen besonders interessanten Zuschriften. An dieser Stelle gleich einmal ein herzliches Dankeschön an alle, die mich mit  Tipps und Anregungen versorgt haben. Des Rätsels Lösung ist, dass der Träger den ich gefunden habe für einen Zip Fastrider RST bestimmt ist. Also für das Modell mit dem tiefliegenden Scheinwerfer. Darum passt er bei meinem normalen SSL nicht richtig. Aber was nicht passt, lässt sich bekanntlich passend machen.

Darum bin ich heute zur Werkstatt raus gerollert. Selbst bei grauem Novemberschmuddelwetter ein Genuss, denn in der zurückliegenden Woche war keine Zeit für eine Ausfahrt. 

In der Werkstatt angekommen habe ich zunächst nocheinmal das Problem verdeutlicht. Schon weil ich maßnehmen musste um die Anpassungen vorzunehmen.

Schraubt man den Träger direkt oben an, stößt er zum einen an den Scheinwerfer und liegt zudem unten nicht auf der Verkleidung auf. Die Gummipuffer hängen nutzlos in der Luft und der Träger schlackert wild umher. Um dies zu ändern muss der Träger gut 8cm tiefer montiert werden. Mit einem Streifen aus verzinktem Blech lässt sich dies leicht und stabil realisieren.
Mit dieser Tieferlegung ist der Träger da wo er hingehört. Es müssen also nurnoch die seitlichen Klammern montiert werden. Dank eines Lesers weiß ich nun, dass die Blechstreifen nicht an die beiden "Nasenschrauben" kommen, sondern seitlich in die Verkleidung eingehängt werden.
Da die Frontmaske des SSL aber breiter ist als die des RST sind die Klammern zu kurz. Längere Schrauben lösen dies insofern, als sich die Klammern so als Spannbänder verwenden lassen. Da sie nicht tragen, sondern den Träger nur in die Querrichtung stützen reicht diese Befestigungsart völlig. 
Somit ist der Schnelle Reiter nun endlich mit dem Frontträger versehen. Auf dem Heimweg habe ich das Teil gleich getestet und einige Dinge, die von der Werkstatt zu mir nach Hause sollten auf die Nase geladen. Funktioniert perfekt!






Montag, 21. November 2016

Project X: Lack ist ein Arschloch!

Das Seitenteil der Sfera macht mich ganz krank. Ehrlich, das Trumm regt mich auf, fürchterlich!

Das die Grundierung Probleme gemacht hat, wie ja schon bei der ersten Lackierung, habe ich ja berichtet. Es half also nichts und die Schleifmaschine musste ran. Eine halbe Stunde später sah das Teil dann so aus:
Die ganz üblen Stellen habe ich bis auf den nackten Kunststoff durchgeschliffen, den Rest soweit wie es notwendig war um die Schäden zu beseitigen. Außerdem habe ich die vorhandene Grundierung mit feinem Schleifvlies überschliffen. Bei der ersten Lackierung brachte diese Methode den gewünschten Erfolg, also wieder ran an die Spraydose.
Zunächst sah es gut aus, aber dann kam die "Schlangenhaut" wieder durch. An anderen Stellen als zuvor, es liegt also wohl nicht am Bauteil, sondern an der Grundierung. Ich werde das jetzt nochmal trocknen lassen, abschleifen und dann mit einer anderen Grundierung (andere Marke von einem anderen Lieferanten) spritzen. Wenn es dann noch immer nichts hilft, dann schmeiße ich das Drecksding weg und mache einen Vorhang an den Roller, aber echt!


Samstag, 19. November 2016

schneller Reiter: nicht alles was passen soll passt auch

Zu den besonderen Leidenschaften die in Sachen Roller pflege zählt das Sammeln von seltenem, nicht immer sinnvollem, Zubehör. Für den Zip der ersten Generation gab es seinerzeit einen Frontgepäckträger. Dieser ist leider mächtig selten, so selten, dass nichteinmal im zeitgenössischen Katalog ein Foto davon ist. Ein solcher Träger ist mir jetzt "zugelaufen". Ein rarer Fund, denn es handelt sich um ein originalverpacktes Neuteil.



Leider fehlt die Montageanleitung, also ist fröhliches Rätselraten angesagt wie das Teil denn zu montieren sei. Meine Vermutung, dass der Träger an den drei Schrauben auf der Frontmaske montiert wird mag naheliegend sein, sie sollte sich jedoch als falsch herausstellen.
Zwar lässt sich der Träger mittels des beiliegenden Distanzstücks an der oberen Schraube befestigen, aber diese Stellung kann unmöglich richtig sein. 

Die beiden Stützbleche, von denen ich vermutet hatte, dass sie an den unteren Schrauben befestigt werden, erreichen so den Träger nicht. Zudem stößt der klappbare Teil an den Scheinwerfer. Also wieder ab mit dem Trumm und weiter nachdenken.

Es kann eigentlich nur drei Möglichkeiten geben:
1. Der Montagesatz ist unvollständig.
2. Der Träger ist für einen Zip der zweiten Generation, was ich aber nicht glaube, denn für diesen habe ich keinerlei Hinweise auf einen Frontträger gefunden.
3. Ich bin einfach zu dumm um einen Frontträger zu montieren.

Zugegeben, Lösung 1 ist mir am symphatischsten. Darum werde ich in dieser Richtung weiter forschen. Mal sehen ...



Dienstag, 15. November 2016

Schraubertipp: genormte Klemmenbezeichungen und ihre Relevanz für Rollerschrauber

Wer sich mit der Elektrik seines Fahrzeugs beschäftigt, der stößt früher oder später auf kryptische Bezeichnungen wie "Klemme 15" oder "Klemme soundso". Viele Schrauber verstehen dann nicht, was damit gemeint ist. Dieser kurze Überblick soll hier etwas Licht ins Dunkle bringen:

Grundlegendes:
Die Klemmenbezeichungen an KFZ sind in Deutschland nach DIN 72552 genormt. Zwar weichen einige Hersteller von der Norm ab, in der meisten Fachliteratur werden jedoch die Normbezeichnungen verwendet. Wichtig ist hierbei, dass einzelne Leitungen (Kabel) auch mehrere Klemmen verbinden können! Besonders im Bereich der Zünd- und Regelelektronik einiger moderner Roller ist hier größte Vorsicht geboten. 

Hier eine vollständige Liste aller Klemmenbezeichungen zu geben wäre nicht sinnvoll, denn die meisten sind bei Rollern irrelevant. Dies ist einfach darin begründet, dass die Elektrik eines Rollers naturgemäß wesentlich einfacher strukturiert ist als die eines PKW. 


Klemmenbezeichungen die für Roller relevant sind:

Klemme 01: Stromversorgung der Zündspule. Entweder vom Unterbrecherkontakt (mechanische Zündung) oder von der Zündelektronik kommend (moderne, kontaktlose Zündung).

Klemme 15: Zündungsplus, also vom Zündschloss geschalteter Strom. Beim Roller der Anschluss für alle Systeme, die bei nicht laufendem Motor und eingeschalteter Zündung funktionieren. Dies sind bei den meisten Rollern Blinker, Bremslicht und Hupe.

Klemme 30L: Plusleitung von direkt von der Batterie MIT Sicherung, also Dauerstrom. Hier angeschlossene Systeme sind auch bei abgeschalteter Zündung funktionsfähig. Beim Roller ist dies meist (wenn überhaupt vorhanden) eine 12V-Steckdose.  Die Bezeichnung Klemme 30 (ohne L) bezeichnet die ungesicherte Plusleitung der Batterie. Diese kommt beim Roller normalerweise nur als Speiseleitung für den Elektrostarter (zum Relais führend) vor.

Klemme 49: Eingang zum Blinkergeber (Blinkerrelais).

Klemme 49a: Ausgang vom Blinkergeber. Beim Roller meistens mehrfach vorhanden.

Klemme 50: Schaltstrom für Anlasserrelais. Beim Roller meistens zusätzlich über den Bremslichtkontakt geleitet.

Klemme 71: Hupe



Beispiel aus der Praxis:
Das Bremslich eines Rollers funktioniert üblicherweise nur, wenn die Zündung eingeschaltet ist. Die Stromversorgung läuft also von der Klemme 15 (Zündschloss) zu einem Schalter am Bremshebel. 


Montag, 14. November 2016

Internet: today is a good day, ein besonderer Blog

Es gibt Menschen, auf die ist man einfach neidisch. Man empfindet jene Form von positivem Neid, der das Glück des anderen erkennt und daran teilhaben möchte. Dies ist ein Gefühl, dass zum Träumen und zum Nacheifern anregt und einen damit oft weiterbringt.
Solche Menschen sind Phillipp und Christie die mit einem alten Mercedes-Bus durch die Welt touren. Der ehemalige Transporter ist mit viel Liebe zu einem urigen Camper ausgebaut, zieht einen Anhänger mit Motorrädern und ist das bewegliche Zuhause der beiden und ihres Hundes.

Über die vielen großen und kleinen Abenteuer des "Vanlife" schreibt Phillipp seit einiger Zeit einen sehr lesenswerten Blog. Dort gibt es nicht nur Reiseberichte im klassichen Sinne, sondern auch viel Stoff zum Nachdenken und Träumen. Vorsicht, dort kann man für Stunden festhängen!



Sonntag, 13. November 2016

Project X: Stylingerweiterung mit Hindernissen

Das für mich wichtigste Projekt des Winters 2015/16 war die Project X. Es ist lange her, dass ich in einen Roller soviel Arbeit gesteckt habe wie es bei der Sfera der Fall war. Daher freut mich auch die durchwegs positive Reaktion auf dieses radikale Fahrzeug. Der Roller war dieses Jahr auf zwei Shows zu sehen und hat beide Male Preise eingeheimst, aber darum geht es bei meinen Rollern ja eigentlich nicht. Die Karren sollen das tun, was ihre eigentliche Aufgabe ist: Fahren! Auch in dieser Disziplin hat sich Project X bewährt. Die Hungerkur hat dem Roller gut getan und bei jedem Ritt kommt richtig Laune auf. Klar, ein Tourer ist es nicht, aber das soll es auch nicht sein. An der technischen Front gibt es daher wenig zu tun, lediglich die obligatorische Wartung wird der Roller noch bekommen. Allerdings sind Custombikes natürlich nie wirklich fertig und einige Details möchte ich gerne noch ändern. Darum habe ich mich jetzt daran gemacht, das Styling etwas zu modifizieren, hauptsächlich weil ich etwas testen möchte, aber auch um eine Idee vom Kopf auf die Karosserie zu bekommen.
Abgesehen davon, dass ich hier eine Änderung um der Änderung willen durchführe, war das rechte Seitenteil durch einen Parkrempler zerkratzt. Also runter damit. 
Was mich hier störte waren aber auch die beiden Schrauben, mit denen ich die Löcher für das Modellschild verschlosen hatte. Diesmal habe ich jedoch kleine Löcher durch große ersetzt.
Manch einer ahnt wohl schon, was der nächste Schritt ist. Genau Louvers!

Diese sind an dieser Stelle natürlich Nutzlos. Das einzige, was hier mit frischer Luft versorgt wird ist der Tank. Allerdings habe ich dennoch vor, den Luftschlitzen hier eine Funktion zuzuweisen, welche wird noch nicht verraten. 
Vorher war erstmal schleifen angesagt, denn das Teil braucht Grundierung. 

Aufmerksame Leser bekommen jetzt möglicherweise einen Flashback. Ja, genau damit habe ich an genau diesem Karosserieteil schon bei der letzten Lackierung gekämpft! Irgend etwas verträgt sich nicht mit dem Primer und erzeugt diesen Schlangenhauteffekt. Was auch immer das ist, ich habe damit noch nie zu tun gehabt. Die Lösung damals war abschleifen bis auf den nackten Kunststoff und das werde ich wohl auch diesmal wieder tun müssen. Falls irgend ein Leser weiß, was dieses Problem verursacht, ich bin für jeden Tipp dankbar, denn diese Art von Lackfehler habe ich noch nie gehabt.




Mittwoch, 9. November 2016

01.01.2017, der Todestag des Zweitaktmotors !?

Das kommende Jahr 2017 wird in der Rollerwelt einen bleibenden Eindruck hinterlassen, soviel ist sicher. Denn ab dem 1. Januar gelten neue Regeln für die Abgasnorm von kleinen Zweirädern, Fuffis und Mofas, die das Defacto-Aus für Zweitaktmotoren bedeuten. Gut, das war absehbar, denn schon seit Jahren gibt es praktisch keine neuen Modelle mit Zweitaktmotor mehr und die Hersteller verlagern sich immer mehr auf Viertakter und Elektroroller.

Hier im Blog geht es (fast) ausschließlich um Zweitakter, was bedeutet das also für Speedguru? Nun, zunächsteinmal, dass er so weitermachen wird wie bisher. Denn der Zweitaktmotor ist und bleibt mein bevorzugter Antrieb für kleine Roller. Dennoch, wenn ihr mich fragt, es ist gut, dass er aufs Abstellgleis kommt, denn da gehört er hin!
Die Welt dreht sich weiter und damit sie das tut, gleichzeitig aber auch ein lebenswerter Ort bleibt, müssen  wir auf den alten Planeten gut aufpassen. Dazu gehört auch, dass wir versuchen ihn so wenig wie möglich zu vergiften. Es ist unnötig zu schreiben, aber es gehört der Vollständigkeit halber auch hierher, dass die Abkehr vom Zweitakter dazu in erheblichem Maße beiträgt. Zulassungsverbote in einigen asiatischen Ländern haben ebenso zu einer Verbesserung der Luftqualität beigetragen wie die Fahrverbote in einigen europäischen Städten. Selbst im Mutterland der Roller, in Italien, heißt es in einigen Städten seit geraumer Zeit "wir müssen leider draußen bleiben", auch für Vespas und Apen. Dies mag im Einzelfall bitter sein, ist aber in der Gesamtheit sicher sinnvoll und nützlich. Doch darum soll es hier und heute nicht gehen.

Zweitakter haben jedoch noch ein anderes Gesicht. Ihr wohlbekannter Klang und der seltsame Geruch von verbranntem Öl wecken in vielen Menschen angenehme Gefühle. Warum? Zum einen verbinden viele von uns gute Erinnerungen mit diesen Eindrücken. Eine ganze Generation von Motorradfahrern hat auf kleinen, knatternden, schreienden und stinkenden Zweitaktern begonnen. Kreidler Florett, Zündapp KS oder Simson S-Serie. Namen, die viele Augen zum leuchten bringen, damals wie heute. Zweitaktmotoren motorisierten einst die Massen, Messerschmitt Kabinenroller und Goggomobil halfen einst beim Wiederaufbau unseres Landes, so wie auch die ersten Apen durch die Trümmerfelder der Nachkriegszeit knatterten und zweitaktende DKW-Nachbauten begründeten den Weltrum der japanischen Motorradwerke. 
Diese kulturhistorisch bedeutsamen Aspekte, von den Einflüssen auf die technische Entwicklung ganz zu schweigen, gilt es zu bewahren. Diese Aufgabe fällt uns Zweitaktenthusiasten jetzt mehr denn je zu. Gemeinsam mit den Kuratoren von Museen und den Historikern müssen wir dafür sorgen, dass diese Maschinen und ihre Technik nicht verloren gehen. Dies wird geschehen, darüber braucht man sich wohl keine Sorgen zu machen. Es wird wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis der Klang eines kleinen Zweitakters einen ähnlichen Stellenwert haben wird, der derzeit dem Stampfen einer Dampflokomotive zukommt. Wie diese wird er ein geliebtes, verklärtes Relikt aus einer vergangenen Zeit sein. Hinübergerettet ins Heute.


Dienstag, 8. November 2016

Puchal: back on the road, beinahe ...

Das Wetter war, zumindest für November, einigermaßen. Während es anderswo geschneit haben soll, war meine Gegend vom weißen Dreck verschont. Also bin ich nach der Arbeit noch kurz in die Werkstatt gefahren, bessere Bedingungen um die X30 zu testen wird es so bald wohl nicht mehr geben.
Das Fazit der Probefahrt ist durchwachsen. Das Mofa läuft kräftig, eigentlich so wie es soll. Allerdings räuchert der Motor ziemlich (auch warm) und kommt nicht wirklich auf Drehzahl. Auch der Durchzug ist nicht wirklich überzeugend, es wird also noch einiges an Abstimmungsarbeit notwendig werden. Allerdings war das ja auch zu erwarten.
Etwas erstaunt mich allerding das Brennbild der Zündkerze. Eigentlich hätte ich ja erwartet, dass der Motor zu mager laufen müsste. Allerdings zeigen sich im Laufverhalten und auch im Kerzenbild die typischen Spuren von überfettetem Gemisch. Leider habe ich keine Düsen für den 12er Bingvergaser da, kann also noch nicht sinnvoll testen. Der nächste Schritt ist nun, ein paar Testdüsen zu besorgen und dann weiterzusehen. Hoffentlich spielt das Wetter noch etwas mit.


Oldtimer: sehenswerte Puch-Rennfahrzeuge im Realmarkt Pentling

Im Eingangsbereich des Realmarktes in Pentling bei Regensburg, sind derzeit zwei bemerkenswerte Puch-Rennfahrzeuge ausgestellt. 
Es handelt sich zum einen um die 125er Geländesportmachine, mit der Heinz Liedl deutscher Motocross-Meister wurde. Zudem ist der von M. Spegel erfolgreich eingesetzte 650TR Rennwagen zu sehen.

Für Puchfreunde gibt es derzeit also ein lohnendes, kleines Ausflugsziel im Landkreis Regensburg.

Sonntag, 6. November 2016

Puchal: es ist angerichtet

Manchmal läuft einfach alles so wie man es sich wünscht. So kamen zum Beispiel die erwarteten Ersatzteile für die X30 fast gleichzeitig an und ich hatte somit alles beisammen, was benötigt wurde um das Fahrzeug wieder zusammenzubauen.

Bevor der neue Zylinder drauf konnte ging es ersteinmal an die Kupplungsmechanik. 
Dank der passenden Ersatzteile war der Deckel innerhalb weniger Minuten komplettiert. Zeit die Kupplung selbst in Augenschein zu nehmen.


Grundsätzlich waren die Reibscheiben in gutem Zustand, da ich jedoch Neuteile da hatte kamen sie rein. Die Hoffnung, dass somit an dieser Seite des Motors ersteinmal Ruhe einkehrt ist noch nicht gestorben. Es muss sich natürlich noch zeigen, ob das Triebwerk jetzt auch öldicht ist. Den Deckel habe ich jedenfalls mit einem guten Gefühl zugemacht. 
Zum neuen Zylinder gab es auch einen Satz neuer Stehbolzen. Auch diese ließen sich problemlos einziehen. Lediglich der bei der Demontage verbliebene Stehbolzen musste mit etwas Hitze zum loslassen überredet werden. 
Das Zylinderkit, welches geliefert wurde, ist natürlich kein Originalteil. Es handelt sich um ein, eigentlich für die Maxi vorgesehenes, Kit mit einem Nachbauzylinder. Dieser entspricht der Serienausführung für Österreich und die Niederlande. Ob dies noch Abstimmungsänderungen am Motor nach sich ziehen wird muss sich zeigen. Die Qualität des von Airsal hergestellten Satzes ist jedenfalls untadelig. Von den unterschiedlichen Gussmarken abgesehen ist es eine perfekte Kopie des Originalteils. 

Entsprechend leicht ging dann auch die Montage des Motors von der Hand. Angesichts der teilweise absurd schlechten Ersatzteile, die heutzutage hergestellt werden, eine echte Wohltat einmal ein gutes Teil in Händen zu halten.
Wieder in den Rahmen eingesetzt, verursachte der Nachbauauspuff Probleme. Dieser passte ja schon mit dem alten Zylinder nicht gescheit, am Neuteil war er garnicht zu montieren. Darum habe ich ersteinmal den perfekt passenden, aber leiden völlig zugekohlten, Originalauspuff montiert. 
Ob ich mir die Arbeit machen werde das Nachbauteil anzupassen, oder nach einem guten Orginalauspuff suchen werde weiß ich noch nicht. Das hängt auch davon ab, wie sich das Altteil bei den ersten Testfahrten schlägt. Aufgrund des schlechten Wetter gab es heute nämlich nur einen Standversuch.
Das Video lässt erahnen, wie gut die Kompression des neuen Zylinders ist. Zudem springt die X30 jetzt auf den ersten Kick an und nicht erst nach längerem "Strampeln". All dies macht Hoffnung und steigert die Vorfreude auf die erste Testfahrt mit dem Mofa. Hoffentlich gibt es auch im November noch ein paar angenehme Tage, die sich für solche Tests eignen. Es wäre schön, schon weil die Frage nach der Abstimmung mit Standversuchen nicht zu beantworten ist.
 





Freitag, 4. November 2016

Kasperltheater: der Wert von Qualitätswerkzeug

Eigentlich war der Plan ganz einfach. Ich wollte die Karosserie des Kasperltheaters komplettieren und somit einen entscheidenden Schritt nach Vorwärts machen. Aber wie so oft, kam etwas dazwischen.

Zunächst war es sehr erfreulich, dass die Qualität der Lackierung trotz der niedrigen Temperaturen sehr zufriedenstellend ausgefallen ist. Allerdings gab mein Akkuschrauber nach der Montage der Heckverkleidung und des Helmfachs unvermittelt den Geist auf.
Das Ladegerät reagierte nicht mehr auf den Akku und dieser war ohnehin erst kurz vorher aufgeladen worden, also müsste eigentlich genug Strom im Speicher sein. Zeit die Mechanik der immerhin fast 20 Jahre alten Maschine etwas genauer zu betrachten.
Hier zeigte sich allerdings schnell, dass innerlich alles in Ordnung ist. Bei geöffnetem Gehäuse kann man aber einen einfachen Kapazitätstest mit dem Akku durchführen. Einfach indem man die Spannung misst und deren Abfall beim Einschalten beobachtet.
Es ist also wohl doch der Akku, nach fast 20 Jahren Gebrauch, hinüber. Hier zeigt sich dann der Wert von hochwertigem Werkzeug. Den Akku konnte ich problemlos bei der örtlichen Vertretung des Herstellers (Metabo) nachbestellen, zu einem Preis, bei dem der Kauf eines kaum billigeren Nachbaus mit unklarer Herkunft schlicht nicht lohnend ist. 
Da ich aber ehrlich gesagt zu faul bin um den Roller von Hand zusammen zu schrauben, ruht das Projekt jetzt bis der neue Akku da ist.


Dienstag, 1. November 2016

Fahrzeugportrait: TGB / Pegasus Corona

Grundsätzliches zum Corona:
Beim Corona handelt es sich im Kern um eine optisch modernisierte Version des bekannteren Sky. Wie dieser wurde das Modell in Taiwan von TGB produziert und in Deutschland von der ZEG als Pegasus vertrieben.
Wie den Sky, gab es auch den Corona als werksseitige Mofavariante mit nur einem Sitzplatz und Drosselung auf 25km/h.

Motor und Antrieb:
Der Motor des Corona und identisch zu dem des Sky. Es handelt sich um einen modifizerten Lizenzbau des weniger verbreiteten Motors von Franco Morini. Es handelt sich um einen luftgekühlten, einzylindrigen Zweitaktmotor mit Membraneinlass und CDI-Zündung. Der Motor mobilisiert 3,4kw aus 49ccm. Zur Gemischaufbereitung dienten über die gesamte Bauzeit überwiegend Mikunivergaser. Vergaser anderer Hersteller kommen jedoch vor und sind entsprechend in der Betriebserlaubnis vermerkt.
Der Motor ist auf Drehmoment und nicht auf Drehzahl ausgelegt und der Antrieb entsprechend abgestimmt. Diese Eigenschaft wird (nachträglichen) Mofaumbauten bisweilen zum Verhängnis, da der Motor gegen hohe Dauerdrehzahlen wenig resistent ist. Sinnig behandelt, ordentlich gewartete und nicht verbastelte Exemplare sind dafür bekannt auch sechsstellige Laufleistungen erreichen zu können. Tuner sollten beachten, dass die Kurbelwelle des Motors nur eine sehr schwache Pleuellagerung hat. Hubraumsteigerungen überlebt die Serienkurbelwelle meist nicht sonderlich lange.
Der Antrieb, bestehend aus dem üblichen stufenlosen Automatikgetriebe, ist ab Werk sauber abgestimmt. So ist der Roller ausreichend spurtstark, um im Stadtverkehr mithalten zu können. Lediglich die 45-km/h-Ausführung fällt hier unter Klassenstandard zurück, was jedoch der rabiaten Drosselung geschuldet ist. 
Fahrwerk und Bremsen:
Das Fahrwerk des Corona weißt keine nennenswerten Besonderheiten auf. Es besteht aus einem soliden Stahlrohrrahmen mit Telegabel vorne und Treibsatzschwinge hinten. Die Federelemente des Corona sind relativ weich und für Fahrten mit hoher Zuladung konzipiert. Mit nur einer, leichten Person besetzt neigt der Corona zum Schaukeln. Positiv ist die weiche Federung allenfalls auf schlechten Straßen oder unbefestigtem Untergrund. Die große Bodenfreiheit hilft beim Überwinden von Bordsteinen und bei kleineren Ausflügen ins Gelände.
Die Bremsen des Corona sind klassenüblicher Standard. Scheibenbremse vorne, Trommelbremse hinten. Die Wirkung beider Stopper ist eher rustikal. Wenig Gefühl, hohe Handkraft, dafür aber ausreichende Wirkung. Novizen sollten mit der Vorderradbremse vorsichtig umgehen, da diese zum schlagartigen Überbremsen neigt.
Interessant, weil bei Rollern eher unüblich, ist die Tatsache, dass der Corona auf beiden Rädern unterschiedliche Riefengrößen haben darf. Es sind für das Vorderrad die Dimensionen 120/70-12 sowie 130/70-12 und 130/60-12 homologiert. Auf dem Hinterrad dürfen 120/70-12, 130/70-12 und 140/70-12 verwendet werden. Somit bietet der Corona eine unüblich große Auswahlmöglichkeit bei seiner Bereifung. Die bei einigen Baujahren noch in der Betriebserlaubnis eingetragene Bindung an bestimmte Reifenhersteller und -typen ist zwischenzeitlich gegenstandslos geworden. Dank Reifenfreigaben der meisten Hersteller, dürfen auch andere Reifen verwendet werden.
Fahrverhalten:
Der Corona ist das, was man ein Geradeauseisen nennt. Kurven mag er nicht und verlangt vom Fahrer beherztes Zupacken in Wechselkurven. Das weiche Fahrwerk und der relativ lange Radstand sorgen zudem für wenig Vertrauen in Schräglage. Anfänger kostet es sehr viel Überwindung, die eigentlich reichliche, Schräglagenfreiheit des Corona voll zu nutzen. Gripabriss an der Reifenkante braucht dabei niemand zu fürchten. Die langen Ausleger des Hauptständers, kratzen ausreichend früh auf dem Asphalt und verhindern, dass es der Fahrer übertreibt.
Im Grenzbereich gibt sich der Corona gutmütig und kann auch von unerfahrenen Fahrern in gefährlichen Situationen gut beherrscht werden.

Der Corona im Alltag:
Im harten Alltagseinsatz zeigen sich die Stärken des Corona. Angefangen von den langen Auslegern des Hauptständers die das Aufbocken erleichtern, bis hin zur sehr soliden Gepäckträgeraufnahmen und dem serienmäßigen Seitenständer. Das Gesamtkonzept des Corona ist durchdacht und auf hohen Nutzwert ausgelegt.
Der große und gut befüllbare Tank ermöglicht trotz des relativ hohen Verbrauchs von knapp 4L/100km ordentliche Reichweiten. Ein großes Rücklicht und gut sichtbar angebrachte Blinker sorgen für Sicherheit. Das Helmfach unterm Sitz schluckt einen kleineren Integralhelm oder viel Krimskrams. Die Einkaufstasche hat ihren eigenen Haken am Beinschild. Zudem lässt sich gut ein großes Topcase montieren.
Dem gegenüber steht die, speziell für größere Personen, unbequeme Sitzhaltung auf dem dünnen Polster. Das hoch gelegene Trittbrett zwingt die Beine in einen unangenehmen Winkel. Mit Sozius muss der Fahrer sehr nah an den Lenker rutschen. Für Verwirrung (und hupende Autofahrer) kann der weit voreilende Tacho sorgen. Zeigt er knapp 65km/h an bewegt sich der Corona mit 50km/h völlig legal durch die Stadt! 
 
Die ZEG bot für den Corona im Zubehör einige nützliche Dinge an. Darunter ein sehr gutes Windschild mit integrierten Handschützern. Außerdem gab es einen abnehmbaren Einkaufskorb, der anstelle eines Topcase, auf dem Gepäckträger montiert wird. Ebenso nützlich ist der, zum Bordwerkzeug gehörende Trichter zum Einfüllen von Öl in den Mischöltank.
Bei den Wartungskosten zeigt sich der Corona freundlich. Mechanikerfreundlich vor allem. Seine Karosserie besteht aus wenigen, leicht abnehmbaren Segmenten und es dauert, für geübte Hände, kaum fünf Minuten ihn vollständig zu entkleiden. Dann liegen alle Komponenten offen da und der Roller kann leicht gewartet und repariert werden. Schraubernovizen dürften jedoch Probleme damit haben den Heckpanzer abzunehmen, dieser ist mit sehr vielen, teils gut versteckten Schrauben befestigt
Fazit:
Wem der Sky zu bieder ist, findet im Corona einen ebenso robusten, weil technisch weitgehend identischen, Alltagsroller. Es handelt sich um ein klassisches Nutzfahrzeug, das trotz seiner leicht sportlich angehauchten Optik in den praktischen Disziplinen des Alltags voll überzeugen kann. 
 

Kasperltheater: das Ende des Stillstandes

Die letzten Arbeiten am Kasperltheater liegen nun auch schon einige Zeit zurück. Seither dümpelte der Vergaser im Reinigungsbad herum, der Dreck sollte sich also gelöst haben. Zeit wieder an diesem Fahrzeug zu arbeiten!


Mit Vergaser und Auspuff lief der Motor dann auch sofort. Allerdings lässt sich der Vergaser nicht sauber einstellen, was vermutlich an seinem eher mäßigen Zustand liegt. Hier wartet auf jeden Fall noch weitere Arbeit. Allerdings konnte ich immerhin eine kurze Testfahrt auf dem Hof durchführen. Der Roller läuft wieder zufriedenstellend.

Bevor es wirklich weiter geht, muss er aber auch optisch wieder komplettiert werden. Das letzte große Teil auf dem Weg dorthin ist die Heckverkleidung. Diese war ja bereits grundiert.
Noch sind die Temperaturen so, dass man halbwegs sauber lackieren kann. Darum gab es direkt die vermutlich letzte Lackierung in diesem Jahr.
Mattes Signalorange wird auch für das Rollerheck die neue Farbe. Diese muss jetzt erstmal trocknen, dann geht es mit dem Kleinen weiter.