Freitag, 8. September 2017

Roter Baron: Bruchlandung in Böhmen

Heute war wohl der Tag des Konjunktivs. Denn eigentlich wollte ich nach Freiberg zum Thum und eigentlich sah es nach einem schönen Tag auf der Straße aus. Eigentlich lief der Rote Baron auch ganz hervorragend, aber dann kam das große Aber.

Geplant war eine Route über den Oberpfälzer Wald nach Tschechien und dann via Marienbad und Karlsbad nach Sachsen. Bis zum Grenzübergang Tillyschanz lief auch alles gut und ich fuhr, bei immer besser werdendem Wetter, über dier Grenze in die Tschechische Republik. 
Auf der böhmischen Seite führt die Strecke durch eine schöne Waldlandschaft über Bord hinauf nach Marienbad, wo die Route 230 nach Karlsbad abzweigt. 

Hier öffent sich das Land bald weiter und weite Agrarflächen unterbrechen die Waldungen. Doch soweit kam ich nicht, denn kurz hinter Marienbad blockierte schlagartig das Hinterrad meiner Vespa und der Roller rutschte, unlenkbar in den Straßengraben. 
Glücklicherweise kam es dabei nicht zum Sturz, zumindest nicht im physischen Sinne. Gestürzt war nur meine Laune und ich gebe zu, dass ich ziemlich entsetzt war, als ich den Grund für den Abflug gesehen habe. 

Die Bremstrommel am Hinterrad war einfach zerbrochen, der Reifen quer in die Karosserie gekeilt und dadurch natürlich völlig blockiert. 
Was bleibt in so einer Situation zu tun? Nun, ich habe den ADAC angerufen und wurde dann nach Waidhaus, auf die deutsche Seite der Grenze, zurück gebracht. Dort hat mich meine Mutter abgeholt, den Roller haben wir auf dem mitgebrachten Anhänger gleich mitgenommen. 
Außerdem hat dieser Vorfall auch meiner tiefe Symphatie für die Tschechen neuen Nährboden gegeben. Denn in den gut zweieinhalb Stunden, die ich im Straßengraben gesessen bin und gewartet habe, haben gut und gerne zwanzig Leute angehalten und gefragt, ob Hilfe notwendig sei. Zwar wäre eine Hilfe vor Ort nicht möglich gewesen, aber trotzdem eine schöne Geste und ein Zeichen, für funktionierenden Zusammenhalt. In Deutschland könnte man wohl gut und gerne zwei Wochen tot im Straßengraben liegen bevor es jemand bemerkt. Schon traurig ... 



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