Freitag, 24. November 2017

volles Programm

Ein "freier" Freitag lässt sich natürlich wunderbar als Schraubertag nutzen. Darum habe ich mich heute Morgen zuerst auf den Chinakracher gestürzt.


Mit der neuen Membrane lief der Roller tatsächlich wieder halbwegs vernünftig. Leider verlor er jetzt bei laufendem Motor Benzin. Der Vergaser blutete nach dem Membranwechsel aus allen Ritzen, offenbar hatte hier die Standzeit nicht nur der Membran, sondern auch den Dichtungen zugesetzt. Eine halbe Schachtel Katzenstreu und einige, die Große Mauer erschütternde, Flüche später bin ich dann erstmal mit dem Auto losgefahren um etwas abzuholen.
Dieses Etwas war der "Black Bomber", ein alter Bekannter also. Ich hatte den Roller ja vor zwei Jahren an einen lieben Bekannten verkauft und seither nur zweimal wiedergesehen. Gestern rief Kristoff mich an, das ich den Roller geschenkt haben kann wenn ich will, er stand jetzt länger bei einer Werkstatt, nachdem er massiv Öl verloren hatte. Kristoff hat sich einen neuen Roller besorgt und so kam der Bomber zu mir zurück. Dazu aber später noch mehr.

In der Werkstatt wartete ja immer noch der BW's darauf, seinen Seitenständer zu bekommen. Da ich keine brauchbare Antwort auf das Montageproblem gefunden habe, gab es jetzt eben eine Speedgurulösung. Dazu musste zunächst der Unterboden weg.
Von unten sieht man dann schön, dass es wirklich einen sinnvollen Montagepunkt gibt. Der Seitenständer passt auch nicht richtig zwischen die Rippen des Trittbretträgers, zudem erschien mir die Befestigung mit nur einer Schrauber als etwas windig. Zeit die Flex kreisen zu lassen.
Etwas schmaler und dünner, sowie mit einem zusätzlichen Loch versehen war der Seitenständer dann bereit für die Montage. 
Rollerseitig bekam der Trittbretträger zwei passende Bohrungen verpasst. Da das kein tragende Teil ist habe ich da sehr wenig Bedenken. Zudem ist das ja ein Crosser, die sollten ja so leicht wie möglich sein ;) 
Tatsächlis lässt sich der Seitenständer so gut und stabil montieren. Der Roller steht, vermutlich das erste Mal seit vielen Jahren, damit auf eigenen Beinen. Ein großer Fortschritt. 
Die Bodenwanne passte so natürlich nicht mehr, aber auch hier schaffte die Flex abhilfe. Der Ausschnitt ist bewusst recht großzügig gewählt, denn so konnte ich das originale Seitenständerloch mit ausschneiden. Man hätte es sicher auch knapper schneiden können, aber so gefällt es mir recht gut. 
Die restliche Verkleidung ist erstmal nur grob zusammengesteckt, denn es soll in nächster Zeit weitergehen mit dem Ding. Für heute war es jedoch an der Zeit, sich mit dem Bomber zu befassen.
In der Werkstatt zeigte sich dann, dass er aktuell nicht mehr tropft, allerdings weißt das Fahrzeug einige recht deutliche Spuren von fleißigem Gebrauch auf. Um dem Ölverlust auf dem Grund zu gehen blieb aber erstmal nur die Demontage.
Verdächtig ist bei heftigem Ölverlust immer der Öltank. Tatsächlich war dieser beim Bomber aber so versifft, dass eine eventuelle Undichtigkeit nicht zu sehen gewesen wäre. Allerdings zeigte sich bei näherem Hinsehen, dass der Anschluss für die Ölspeiseleitung feucht war. 
Das alleine konnte aber nicht die Ursache sein. Hier kommt dann Erfahrung mit diesen Fahrzeugen ins Spiel und siehe da, eine hinterhältige Krankheit alter Piaggioroller hatte hier zugeschlagen:
Die Gummimanschette, die den Geber für die Ölwarnleuchte am Tank fixiert, wird mit der Zeit hart und locker. Dann kann sich der Geber aus dem Tank herausbewegen und in Kurvenfahrt läuft Öl aus. Dieses sammelt sich dann auf dem Tank und tropft langsam unten aus dem Roller. Da der Geber im Stand aber meist wieder in den Tank zurück fällt, wird dieses Problem bei einer oberflächlichen Durchsicht gerne übersehen.
Egal, hier gibt es meiner Meinung nach eh nur eine Lösung. Regelmäßige Blogleser wissen wie diese aussieht ...
Genau, die Lösung ist den Öltank ersatzlos rauszureißen. Der restliche Inhalt de Öltanks wanderte dann gleich noch in den Benzintank, denn jetzt braucht der Roller natürlich Zweitaktmischung. 
Ein von mir verbrochener Pfuch, der die letzten zwei Jahre überlebt hat, ist der fehlende Kickstarter. Ich hatte damals kein passendes Ersatzteil, darum diese Lösung. Doch jetzt braucht es einen Kickstarter und ich hatte ja glücklicherweise noch Maiks alten Variodeckel rumliegen. 
Das Stalkerteil sieht nicht nur cooler aus als der originale Deckel, es funktioniet sogar. Im Zuge des Deckeltauschs habe ich mir auch noch den Antriebsstrang angesehen und die Ölpumpe stillgelegt, der Roller ist in diesem Bereich völlig in Ordnung. Gute Nachrichten für mich und ein Lob an Kristoff für vorbildlich ausgeführte Wartungsarbeiten.

Zeit für einen Startversuch, dieser schlug jedoch fehl. Damit war zu rechnen gewesen, doch dass der Motor einfach nur grausam absäuft ist ein untypisches Bild. Normalerweise kommt ja, durch verstopfte Düsen, überhaupt kein Treibstoff mehr an. 
In diesem Fall war es so heftig, dass der Luftfilterkasten mit Kraftstoff vollief. Dafür kommt eigentlich nur das Nadelventil des Vergasers in Frage. Zeit die Gasfabrik auszubauen. 
Tatsächlich war der Vergaser nicht nur völlig verharzt, sondern dessen Dichtungen und die Schwimmernadel auch völlig verschlissen. Angesichts der hohen Laufleistung der Maschine völlig in Ordnung und der Fundus gibt solche Teile ja zum Glück her. 
Mit dem frisch überholten Vergaser sprang der Motor dann auch sofort an und lief gut, wenn auch am Anfang mit starker Rauchentwicklung. Aber auch das ist nach längeren Standzeiten normal und unbedenklich.



Im Luftfilterkasten blieb es jetzt auch erfreulich trocken. 
Danach habe ich den Roller soweit zusammengesteckt, dass eine Probefahrt auf dem Feldweg möglich war. 
Natürlich braucht der Roller noch eine komplette Wartung, aber er läuft gut und sauber. Außerdem verliert er jetzt kein Öl mehr. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was ich mit diesem unerwarteten Neuzugang anstellen soll. Behalten? Eigentlich habe ich keinen Bedarf. Verkaufen? Ich weiß nicht, wirklich viel wert ist die optisch verhurte Mühle nicht. Vielleicht kann ich ihn ja an jemanden weitergeben, der ihn zu schätzen weiß. Denn nachdem die Karre nun schon das dritte Mal zu mir gekommen ist, wächst mir die alte Eule doch irgendwie ans Herz.

Für heute habe ich dann in der Werkstatt Feierabend gemacht, nicht das die Freizeit noch in Arbeit ausartet. Zu Hause bekam der Chinakracher dann aber noch den "Schlachtvergaser" aus dem Fundus eingebaut, mehr aus Neugier denn aus dem Glauben heraus, dass das Ding funktionieren würde.
Erstaunlicherweise sprang der Roller aber mit dem Wühlkistenteil sofort an, läuft sauber und behält seinen Sprit bei sich. Mir solls recht sein, eine Baustelle weniger.





















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