Samstag, 6. Januar 2018

Spirit of Saxonia: frischer Stoff, doppelt gefiltert

Die bestellten Kleinteile für den Chinakracher waren gestern in der Post, Zeit sich um das Tankproblem zu kümmern.
Ich hatte das Spritfass ja mit dem Hochdruckreiniger ausgeputzt. Eine sehr effektive Methode, die jedoch nicht ohne Nachteile ist. Heißes Wasser und Reinigungsmittel entfetten den Tank so effektiv, dass sich nach einer solchen Kur praktisch zwangsläufig Flugrost im Tank bildet. Zudem hatte es in diesem Fall an der ohnehin schon angegriffenen Stelle rund um den Anschlussstutzen richtig angefangen zu blühen.
Ob der Tank durchrostet oder nicht ist mir bei dieser Karre zwar herzlich egal, nicht jedoch ein vorprogrammierter Liegenbleiber wegen Rostpartikeln die den Benzinfilter zusetzen. Solange frisches Benzin im Tank ist wird es nicht weiterrosten, es geht also nur darum, eventuell losen Rost zu entfernen.
Dazu gibt es verschiedene Verfahren, das schnellste ist Sandstrahlen. Eine Methode, die bei diesem Tank sehr gut funktioniert, denn der Rostschaden ist genau unter dem Loch für den Tankgeber. Also: Feuer frei für den Sandsturm!
Auf den ersten Blick ist der Unterschied nicht groß, allerdings ist jetzt alles lose Material sicher entfernt. Man sieht auch schön, wie tief sich der Rost hier bereits in den Tank gefressen hat. Sollte dieses Fahrzeug längere Zeit bei mir bleiben (was ich nicht glaube) wird es mit großer Wahrscheinlichkeit einen neuen Tank brauchen. Fürs Erste tuts das aber so. 
Zwischen Tank und Benzinhahn kam natürlich noch ein neuer Treibstofffilter. Zwar ist der Tank jetzt sauber, es besteht aber immer noch die Gefahr, dass Rostpartikel oder Reste des Strahlguts darin sind. So gerüstet habe ich dann einen Startversuch gewagt.
Tatsächlich sprang der Roller an, lief jedoch unsauber und zudem lief Benzin aus dem Luftfilterkasten aus. Offenbar hatte sich der Dreck aus dem Tank also bis in den Vergaser vorgearbeitet. 


Tatsächlich kamen zusammen mit dem Treibstoff aus der Schwimmerkammer auch irgendwelche seltsamen Partikel aus der Gasfabrik. Es half also nichts: Demontage und gründlichste Reinigung. 
Am tiefsten Punkt der Schwimmerkammer hatte sich roter Schleim abgesetzt, genau das Zeug, das schon im Tank herumgeschwommen war. Gleiches auch, wenn auch deutlich geringer, im Düsenstock und dessen Umgebung. 
Nachdem ich den Vergaser völlig zerlegt und mehrfach gereinigt hatte kam er zurück an seinen angestammten Platz. Leider ist die neue (!) Membran bereits wieder so verquollen, dass sie nicht mehr sauber passt. Die Qualität dieser Chinamisthaufen ist wirklich schlimm, grob eingebaut und festgeklemmt sollten aber Testläufe möglich sein.
Vor dem nächsten Startversuch habe ich jedoch noch einen zweiten Treibstofffilter eingebaut. Zwischen Benzinhahn und Vergaser soll er verhindern, dass eventuell im Benzinhahn eingelagerter Dreck im Vergaser ankommt. Diese zweite Filterstufe ist nicht optimal, bleibt aber erstmal drin. Nur die Verlegung der Leitungen muss ich noch optimieren, für einen Motorprobelauf passt es aber.
Tatsächlich sprang der Motor jetzt auch sofort an und läuft sauber. 
Offenbar war die Reparatur erfolgreich und die grob reingewürgte Membran ist kein allzu großes Problem. Trotzdem werde ich diese auch noch erneuern. Ich hatte ohnehin vor, den Roller erstmal ohne Verkleidung stehen zu lassen. Wenn er in ein paar Tagen immer noch sauber läuft, dann war es wohl eine erfolgreiche Reparatur, wenn nicht, nunja, dann werde ich mich wohl leise weinend in die Ecke setzen.









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