Samstag, 26. Mai 2018

Pornoyacht: es kommt eben doch auf die Länge an

In den letzten Tagen bin ich die Pornoyacht als Alltagsroller gefahren. Einfach weil sich das angeboten hatte, nachdem ich die Ape in der Werkstatt stehen lassen musste.
Der Roller hat sich während der letzten Woche gut in der Rolle des Alltagshelden bewährt. Allerdings wartete trotzdem etwas Arbeit auf mich, solche von der erfreulichen Art.
Die Yankeesitzbank war nun aus verschiedenen Gründen gut ein Jahr lang bei Maik gelegen. Denn dieser hatte sie bei einem Bekannten neu beziehen lassen. Die Monobank ist zwar auf der Yacht original, passt aber überhaupt nicht zum Styling. Abgesehen davon, dass sie einfach nur völlig fertig ist. Beim Slooowriderstreffen in Ilmenau hat mir Maik aber die Yankeebank zurück gegeben, Zeit sie zu montieren.
Die Sitzbank zu tauschen ist relativ einfach, allerdings ergab sich damit ein kleines Problem. Den momentanen Gepäckträger habe ich an die PK gebaut nachdem Maik die Sitzbank mitgenommen hatte. Der Träger ist aber so kurz, dass zum Einen die Sitzbank am Topcase ansteht und zum Anderen das Schloss nicht zugänglich ist. Dafür gibt es nur eine Lösung: Das Topcase muss weiter nach hinten.
Die dafür beschrittene Lösung ist nur ein Provisorium, denn ich hatte weder das Material zur Hand noch die nötige Zeit um den Träger ordentlich zu verlängern. Allerdings passt der momentan vorhandene Träger sowieso nicht gescheit an die PK, die seitlichen Rohre berühren die Sitzbank und das ganze Teil scheint in sich verzogen zu sein. 
Entsprechend wenig Kopfschmerzen bereitete es mir dann auch den Träger einfach abzuschneiden.
Als provisorische Verlängerung habe ich jetzt erstmal zwei dünnere Rohrstücke in den Träger gesteckt und diesen damit nach hinten hinausgezogen.
Die Stabilität der Kontruktion kommt aus den Schrauben, ein paar Schweißpunkte sollen nur als zusätzliche Sicherung gegen Verdrehen dienen. 
Das Topcase ist jetzt in einer brauchbaren Position, aber viel zu weit hinten. Der Träger ist insich instabil und wird so nicht wirklich benutzbar sein. Für ein paar kleine Ausfahrten zu Oldtimertreffen sollte es aber reichen. 
Auf lange Sicht muss ich entweder einen komplett neuen Träger bauen, idealerweise ohne die seitlichen Rohre, oder nach einer passenden käuflichen Lösung suchen. Mal sehen was es wird, fürs Erste taugt das Provisorium.
Viel wichtiger ist, dass die Pornoyacht endlich wieder ihre Pornobank hat. Maiks Sattler hat absolut geniale Arbeit geleistet, so gut sah die Bank noch nie aus. Ich bin damit extrem glücklich und freue mich schon auf die nächste Ausfahrt. 





 




Freitag, 25. Mai 2018

BW's : kreatives Metallschnitzen

Der BW's soll bald seinen Rollout feiern, ich würde mit dem Roller gerne nächsten Monat zu einigen Oldtimertreffen fahren. Dank der neuen Sitzbank ist er ja optisch auch soweit fertig, allerdings fehlen noch ein paar Details an der Technik.
Nervig ist unter anderem die Tatsache, dass der Roller keinen Hauptständer hat. Aber glücklicherweise gibt es ja die Slooowriders. Foren-User hanafuda hatte mir einen gebrauchten Hauptständer von einem Yamaha Slider zukommen lassen, ein Reststück von einem seiner Projekte.
Für den einen mag das ja nur ein total fertiger, völlig vergammelter Stahlfetzen sein, aber für mich war es genau was ich suchte. Denn zum einen traue ich den billigen Nachbauständern nicht und zum anderen wollte ich etwas, an dem ich notfalls ohne Reue herumschneiden kann. Zudem ist der Ständer des Sliders etwas länger als beim BW's, was für den geplanten Einsatzzweck vorteilhaft ist.
Auf einen weichen Bett aus Altkartonagen habe ich dann den BW's erstmal hingelegt, so lässt sich an der Ständeraufnahme schöner arbeiten.
Denn den hier lauernden Horror hatte ich schon beim Kauf gesehen. Die Antriebsseitige Aufnahme war nur unter einer dicken Kruste aus Ölschmier und Dreck versteckt, ansonsten aber in Ordnung.
Auspuffseitig war sie jedoch, wie bei vielen Minarellis, gebrochen. Hier hatte in der Vergangenheit mal irgend ein Gewaltmensch seine Kräfte von der Leine gelassen und dabei die Ständeraufnahme zerstört. Ein typisches Problem, für das es sogar einen käuflichen Reparatursatz gibt. Dieser ist jedoch ziemlich teuer, Grund genug eine eigene Lösung zu versuchen.
Mit dem Ständerbolzen sieht man schön, welches Stück fehlt. Ebenso sieht man, dass zum Auspuffkrümmer hin relativ viel Luft ist.
Diese Lösung besteht aus einem passend zurechtgeschnittenen Stück 4mm Stahlplatte. Das Gewicht des Rollers wird, wenn dieser auf dem Ständer steht, ja nachwievor von der alten Hauptständeraufnahme getragen. Die Platte muss also nur verhindern, dass der Bolzen des Hauptständers wegrutschen kann.
Der Stumpf der alten Aufnahme hat außerdem genug Fleisch, um zwei Gewindebohrungen M5 aufzunehmen. An diesen Bohrungen ist die Stahlplatte jetzt schraubt. 
Somit lässt sich der Hauptständer wieder an der originalen Position montieren. Das Bild zeigt aber auch, warum hanafuda den Ständer rausgeworfen hatte: Die Aufnahmebohrung auf der Auspuffseite ist total ausgelullert.
Aber da die kreative Metallschnitzerei schon im Gange war, war es auch nicht weiter schwierig dieses Problem mit etwas neuem Material zu lösen. Eine draufgebratene Beilagscheibe sorgt wieder für sichere Führung des Ständerbolzens.
Das Verstärkungsrohr war ebenfalls völlig herausgerostet. Aufgrund des Materialauftrags beim Anschweißen der Beilagscheibe musste ich den Ständer aber ohnehin etwas zusammenbiegen. Das Rohr kam dann, passend gekürzt, wieder an seine Platz. Abweichend vom Originalzustand ist es jetzt nur noch ein eingesteckter Abstandshalter. 
Der BW's hat somit wieder einen Hauptständer, Zeit diesen zu testen.
Wie vermutet kommt das Heck mit dem Sliderständer schön in die Luft. Der Roller ist somit zwar relativ schwierig aufzubocken, steht aber auch auf losem Untergrund sicher und der Haupständer kann gut als "Montagebock" benutzt werden. Dieses kleine Detail gefällt mir bei einem "Offroader" sehr gut. 
Aber auch im Gelände brauchts natürlich eine Ständerfeder. Diese habe ich zum Ständer dazu bekommen und sie passte sogar ohne Änderungen. 
Funktioniert gut, der Ständer liegt satt an der Schwinge an (der Dämpfergummi fehlt noch) und klappert nicht. Genau so wollte ich das haben, perfekt! Auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank an hanafuda für den Hauptständer.
Um besser arbeiten zu können, hatte ich den Originalauspuff abgeschraubt. Eine gute Gelegenheit endlich den Topperformance zu montieren, der mit dem Racer mitgekommen ist. Dieser sollte natürlich auch an den "neuen" BW's wieder dran. Optisch auf jeden Fall eine Verbesserung, ob das Ding auch technisch vernünftig funktioniert konnte ich noch nicht testen, denn zu den kleinen Dingen die noch fehlen zählt die passende Auspuffdichtung. 
Außerdem fehlt der Halterung eine Gummibuchse. Der Auspuff ist also nur provisorisch montiert und muss nochmal runter. Ich habe jetzt aber eine Liste mit allen Ersatzteilen die ich noch besorgen muss, unter anderem bekommt der Roller auch noch einen neuen Ansaugstutzen. Mit etwas Glück ist der Hobel bald zurück auf der Straße.


















Luigi: neues Herz und neue Schuhe

Die Motorteile für die Ape waren die Tage in der Post und heute hatte ich endlich die nötige Ruhe um die Reparatur abzuschließen.
In Sachen Passgenauigkeit und problemloser Montage sind Originalteile des Fahrzeugherstellers natürlich immer noch die ideale Lösung. Entsprechend gut ließ sich auch der neue Zylindersatz montieren. 
Zusammen mit dem gereinigten Zylinderkopf ist damit der Motor im Kern wieder komplett.
Der schwierigere Teil ist dann schon die Montage der Zylinderverkleidung und das wieder anschrauben des Motors an das hintere Motorlager. Die Lösung, den Motorhalter in den Zylinderkopf zu integrieren ist grundsätzlich nicht schlecht, allerdings wenig montagefreundlich.
Wie beschrieben hatte ich als Sicherheitsmaßnahme auch einen neuen Auspuff bestellt. Das Bruchstück des alten Kolbens ist immer noch nicht gefunden, wahrscheinlich steckt es also im Auspuff. Ohne Endoskopkamera kann ich dies aber nicht sicher sagen und leider habe ich noch niemanden gefunden, der so ein Gerät hat.
Mit dem neuen Topf ist der Motor aber wieder soweit zusammen, dass ein erster Startversuch möglich war. Vorher habe ich den Motor natürlich ohne Zündkerze einige Male mit dem Anlasser gedreht, nur um ganz sicher zu gehen.
Kurz danach war es in der Werkstatt dann sehr neblig. Zeit den Motor wieder abzustellen und eine kurze Pause einzulegen, bevor die untere Motorverkleidung wieder an ihren Platz kam.
Die folgende Probefahrt war dann sehr angenehm. Der Motor läuft wieder mit alter Kraft, zieht sauber durch und hat einen angeneh gleichmäßigen Leerlauf. Ein völlig anderes Fahrgefühl als bei der letzten Fahrt mit der Ape.
Fertig war ich damit für heute aber noch nicht. Die Hinterreifen waren nach der Tour leider ziemlich abgefahren, neue Reifen sind noch nicht geliefert. Aber ich hatte noch zwei Räder mit brauchbarem Profil liegen, diese sind jetzt als Provisorium auf der Ape.
Die alten Räder habe ich heute noch zum Reifenhändler gemacht, dann kann dieser die neuen Reifen aufziehen sobald sie geliefert wurden. Allerdings waren die Felgen doch arg gammelig geworden.
Aber das ist dank Sandpapier und Felgensilber kein Problem. Die Ape ist bald, mit neuen Reifen, wieder zurück auf der Straße.